Facebook wird Wahlwerbung aus Russland dem US-Kongress vorlegen

Facebook wird dem US-Kongress, der sich mit der Untersuchung der Beeinflussung der US-Wahl durch russische Fake-Konten auf der sozialen Plattform befasst, mit der Offenlegung von mehr als 3.000 Werbeanzeigen unterstützen.
Von Daniela am 26.09.2017

Bild-Quelle: Facebook
Im Zusammenhang mit den Wahlen in den USA gingen massenweise Meldungen über die Beeinflussung dieser durch Werbeanzeigen und Posts von russischen Accounts auf der Social Media Plattform Facebook durch die Medien. Facebook bestätigte vor etwa zwei Wochen, tatsächlich 470 Fake-Accounts identifiziert zu haben, die in direktem Zusammenhang mit den Vorwürfen stehen. Mehr als 3.000 Werbeanzeigen haben diese in und nach der Wahlkampfphase geschaltet.

Nun hat Facebook seine Kooperation mit den Untersuchungen der Wahlbeeinflussung durch ausländische Aktivitäten, die in den USA verboten sind. Zum konkreten Inhalt der Anzeigen ist nichts genaues bekannt, sie sollen aber eindeutig zur Spaltung der Meinungen in wichtigen Fragen und zur Unterstützung von Protestaktionen gegen Muslime und andere Minderheitsgruppen beigetragen haben. Die russische Regierung bestreitet weiterhin, mit diesen Profilen und Anzeigen etwas zu tun zu haben. Mark Zuckerberg erklärt, dass Facebook zur Zeit der Freischaltung der Werbung nicht bewusst war, dass es sich um russische Wahlbeeinflusser handeln könnte. Die Profile schienen nur mit einer “Internet Research Agency” in Verbindung zu stehen. Mehr als 100.000 Dollar seien in die Anzeigen geflossen.

Facebook hat noch Tausende weitere verdächtige Profile aufgespürt und blockiert, die möglicherweise Wahlen in so einigen Ländern wie Frankreich zu beeinflussen versuchten. Zur Bundestagswahl in Deutschland wurden allerdings keinerlei verdächtige Konten oder Anzeigen entdeckt. Für unser Wahlergebnis sind wir also wohl ganz allein verantwortlich.

Das soziale Netzwerk will die Schaltung von Werbung und das Absetzen von Posts vor der Veröffentlichung auf politische Meinungen und Aussagen nicht überprüfen. Das widerspricht dem Grundsatz des Portals, auf dem frei jeder ohne vorher zu fragen, seine Meinung äußern kann. Allerdings will Facebook natürlich nicht Anzeigen und Propaganda unterstützen, die gegen die Demokratie vorgehen. Deswegen wird das Team, welches Wahlkampagnen beobachtet, verdoppelt werden. Außerdem soll in Zukunft immer klar ersichtlich sein, wer hinter einer Anzeige steckt.
Tags: Tech, Facebook
Quelle: Hannoversche Zeitung


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