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Kurzinterview mit Volker Dressel von Quaid Media

Newsslash sprach mit Volker Dressel, General Manager der recht jungen Freenet-Tochter Quaid Media. Das Unternehmen spezialisiert sich auf TV-Werbung für Apps und kooperiert mit EA und Wooga. Dressel war zuvor unter anderem CMO bei Xyrality.
Von Viktor Pulz am 07.07.2015
Bild-Quelle: Quaid Media / Volker Dressel
Mitte Februar wurde bekannt, dass Volker Dressel von Xyrality zu Quaid Media wechselt. War er einst noch CMO bei einem der erfolgreichsten Mobile-Games-Entwickler in Deutschland, ist er nun General Manager eines jungen Unternehmens der Freenet-Gruppe. Quaid Media spezialisiert sich auf den Bereich TV-Werbung für Apps und konnte in den ersten Monaten bereits einige Kunden für sich gewinnen.

Newsslash sprach mit Volker Dressel über die ersten Monate nach der Gründung und die seit dem verbuchten Erfolge. Zudem wird im Interview darauf eingegangen, welchen Service Quaid Media genau anbietet und welche Kosten für Interessierte entstehen.

Newsslash: Hallo Volker! Anfang dieses Jahres wurde bekannt, dass du von Xyrality zu Quaid Media wechselst. Wie kam es dazu und was macht Quaid Media eigentlich genau?

Volker Dressel: Ich bin seit über 10 Jahren in den Geschäftsführungen bei Online- und Mobilegames-Firmen tätig. Schon bei InnoGames habe ich den Ausbau des TV-Bereiches vorangetrieben und dort die höchsten ROIs erzielen können. Im mobilen Bereich war TV sehr lange ein Tabu. Nach dem Motto „was ich nicht messen kann, kann auch nicht funktionieren“. Ich hatte jedoch die Idee, das „alte“ Werbe-Medium TV für den Apps-Markt effizient zu nutzen. Genau das, macht die neu gegründete Quaid Media GmbH unter dem Dach der Freenet AG jetzt. Wir sind die Spezialisten für Mobiles-Push-Marketing im TV!

Newsslash: Quaid Media ist als Tochter der Freenet AG noch recht neu am Markt, wie groß seid ihr mittlerweile und welche Pläne verfolgt ihr? Wo seht ihr euch in einem Jahr?

Volker Dressel: Wir haben mittlerweile 15 Mitarbeiter in Berlin und fünf in Los Angeles. Die Geschäfte laufen momentan sehr vielversprechend. Den Break-Even-Point konnten wir bereits nach einem halben Jahr erzielen. Das Wachstum beizubehalten und die Kundenbeziehungen nachhaltig zu gestalten bleibt unser Ziel.

Newsslash: Große Spiele-Firmen wie Supercell (Clash of Clans) und King (Candy Crush Saga) setzen bereits erfolgreich auf TV-Werbung für ihre Apps. Wie kann man sich die Arbeit von euch als TV-Vermarkter für Apps genau vorstellen?

TV Flights von Quaid Media erzielen Rankingeffekte
Volker Dressel: TV ist für App-Entwickler ein sehr interessantes Werbeumfeld. Die großen Player wie Supercell oder King haben das schon letztes Jahr erkannt. Sie setzen dieses Medium eher als Brand- und Performance-Kanal ein. Wir konzentrieren uns jedoch auf ganz komprimierte TV Flights, die in den App-Stores auch Rankingeffekte erzielen können. Wir schauen uns die Apps vorher genau an, diskutieren mit den Kunden die KPIs und schlagen dann, je nach Land und Genre, einen TV-Flight vor. Zudem optimieren wir die Trailer und sorgen so für noch bessere CTRs. Zudem können wir durch die Anbindung an die ehemaligen Jamba- und Jesta-Firmen unschlagbare Konditionen anbieten, die sonst nur Player bekommen, die in zweistelligen Millionenhöhen im TV einkaufen.

Newsslash: Und mit welchen Kunden arbeitet ihr bereits erfolgreich zusammen?

Volker Dressel: Zu unseren ersten Kunde gehörten Kabam, Wooga oder auch EA. Mittlerweile haben wir über 40 TV-Flights in mehr als 20 Ländern durchgeführt. Hauptsächlich mit Gamesfirmen wie Flaregames oder Com2us, aber auch sehr erfolgreich mit Lovoo, eine der erfolgreichsten Local Social Network-Apps am Markt.

Newsslash: Angenommen ich möchte nun Werbung in eurem Netzwerk buchen. Wie viel würde dies kosten und mit welchen Ergebnissen könnte ich rechnen? Wo würde mein Spot dann überhaupt erscheinen?

Ab 30.000 Euro geht es bei Quaid Media los!
Volker Dressel: Wie viel Budget eingesetzt werden muss, hängt natürlich stark vom Land und vom Wettbewerb im Store ab. USA, UK oder auch die skandinavischen Länder gehören eher zu den hochpreisigen – das ist im Mobile-Display oder im Online-Bereich auch nicht anders. Mit Budgetgrößen ab 30.000 Euro kann man aber schon sehr gute Ergebnisse erzielen. Am Ende wollen wir immer eine CPI-Range erreichen, die dem Kunden einen positiven ROI garantiert. Bisher ist uns das auch immer gelungen. Wir arbeiten mit nahezu jedem TV Netzwerk und TV Channel zusammen, deshalb können wir die Spots unserer Kunden auch genau dort platzieren, wo sich die vermeintlich beste Zielgruppe befindet.

Newsslash: Wenn wir schon beim Thema TV-Spot sind. Angenommen ich verfüge über keinen, könnt ihr hierbei unterstützend tätig sein oder einen Spot produzieren?

Volker Dressel: Ja, das gehört bei uns zum Paket dazu. Unsere Kreativ-Abteilung besteht aus Profis, die zum Teil seit mehr als 10 Jahren auf die Erstellung performance-basierter TV Spots spezialisiert sind. Nur externe Kosten, wie beispielsweise Voice-Over in exotischen Sprachen, stellen wir gesondert in Rechnung.

Newsslash: Du hast in der Vergangenheit für einige bekannte Spiele-Firmen wie Gamigo, InnoGames und Xyrality in leitenden Positionen gearbeitet. Welche Entwicklungen und Trends siehst du sowohl im Mobile- als auch im BrowserGames-Markt aktuell?

Volker Dressel: Der Wettbewerb wird immer härter. Die Mobile-Branche folgt damit der gleichen Entwicklung, die der Online-Sektor schon vor zwei Jahren durchlebt hat. Steigende CPIs stellen vor allem kleine Indy-Labels vor große Probleme. Ohne Marketingbudgets kann man heute kein Spiel mehr erfolgreich am Markt platzieren. Das vergessen viele Entwickler leider. Ich weiße immer wieder darauf hin, dass man mindestens 50-60% des Entwicklungsbudgets für Marketing mit einplanen muss. Es reicht eben nicht mehr, ein tolles Spiel im Store zu platzieren und auf ein Feature zu hoffen. Auffällig ist aber: Die Branche ist extrem professionell und erwachsen geworden. Gleichzeitig wird in der Entwicklung kaum noch ein Risiko eingegangen, hunderte von Clash of Clans- oder Candy Crush-Clons schwemmen den Markt. Aber warum sollte ich eine schlechte Kopie spielen, wenn das Original doch so viel besser ist? Ich sage der Branche eine extreme Konsolidierungsphase voraus. Zudem werden noch mehr asiatische Entwickler, vornehmlich aus China, für noch stärken Wettbewerbsdruck sorgen. Ein guter Seiteneffekt für Quaid Media: Werbung und Marketing wird dann eine noch größere Rolle zukommen.
Tags: Games, Quaid Media, Interviews