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Neue WhatsApp Datenschutzrichtlinie - Lohnt sich ein Wechsel?

WhatsApp hatte angekündigt zum 8. Februar neue Bedingungen mit, für den Nutzer, einschneidenden Anpassungen zu veröffentlichen. Die neue Datenschutzrichtlinie sieht vor, dass WhatsApp zukünftig alle Inhalte von WhatsApp für User außerhalb der EU direkt an Facebook weiterleiten kann.
Von Redaktion am 02.06.2021
Bild-Quelle: WhatsApp
Wer WhatsApp weiter nutzen möchte, muss diesen Bedingungen zwingend zustimmen. Das hatte unter den Nutzern für so großer Aufruhr und sinkende Userzahlen gesorgt, dass WhatsApp die Zustimmung nun erst einmal bis Mai 2021 aufgeschoben hat. Viele User sind darauf hin zu anderen Messenger Diensten gewechselt. Telegram hat so beispielsweise innerhalb der ersten 72 Stunden 25 Millionen neue Nutzer gewonnen.

Warum ändert WhatsApp seine Datenschutzbedingungen?
Dass Datenschutzrichtlinien aktualisiert werden, ist Gang und Gäbe und häufig auch notwendig um im dynamischen Umfeld zu bestehen und sicher zu bleiben. In diesem Fall hat WhatsApp es aber scheinbar nicht nur auf die Sicherheit unserer Daten abgesehen. Seit der Zusammenfügung von Facebook, Instagram und WhatsApp versuchen die drei Konzerne gewinnbringend zusammenzuarbeiten. Facebook verdient sein Geld hauptsächlich über die Schaltung von Werbeanzeigen. Und je besser diese auf denjenigen personalisiert sind, die sie sehen, desto wertvoller ist die Werbeanzeige natürlich. Seine Partnerdienste Instagram und WhatsApp bietet Facebook kostenfrei an. Das hat natürlich trotzdem seinen Preis. Denn je mehr Informationen Facebook über diese Dienste sammeln kann, desto besser kann er seine Werbung auf Facebook personalisieren. Denn, „wenn du nicht für das Produkt zahlst, dann bist du das Produkt“, so lautet die Binsenweisheit. So sollte man wissen, dass die Informationen, die aus den kostenlosen Apps gezogen werden fast immer dazu dienen uns, als User besser kennenzulernen und man am Ende mit dem „Verkauf“ seiner Daten zahlt.

Was weiß WhatsApp über mich?
In der Regel sind alle WhatsApp Chatinhalte verschlüsselt. Das gilt auch für die Betreiber WhatsApp und Facebook. Diese können Inhalte, bis auf ein paar Ausnahmen, auch nicht einsehen.

Jedoch hat WhatsApp Zugriff auf folgende Daten. Eventuell werden diese auch mit Facebook aus Werbezwecken geteilt:
- Telefonnummer und WhatsApp-Kontoinformationen
- Transaktionsdaten (in manchen Ländern ist WhatsApp auch ein Zahlungsdienst)
- IP-Adressen
- Gerätetyp, Hersteller und Betriebssystem des Handys
- Verbindungsstatus

Warum kehren so viele Menschen WhatsApp den Rücken?
Knapp 70% der Deutschen nutzen WhatsApp mindestens einmal pro Monat. 60% sogar täglich. Doch seit der Ankündigung der neuen Datenschutzrichtlinien verliert WhatsApp immer mehr User.

Die Angst davor, dass immer mehr Ihrer Daten mit Facebook geteilt und verkauft werden, ließ viele User die App löschen und nach Alternativen suchen. Beispielsweise hat WhatsApp Zugriff auf das Adressbuch und kann daher sehen, wann mit wem gesprochen wurde. Wenn die Daten mit Facebook ausgetauscht werden, kann Facebook diese Information mit ihren eigenen ergänzen und hat wieder eine neue Art von Information über ihre Nutzer.

Zudem ist WhatsApp im Vergleich zu den Alternativen in vielen Hinsichten in der Zeit stehengeblieben. Alles, was WhatsApp kann, können die Konkurrenz-Apps auch. Zudem sind die Gruppenchatmöglichkeiten bei der Konkurrenz wesentlich weiter ausgebaut. Die Administration ist hier wesentlich einfacher und es gibt zusätzliche Funktionen wie Umfragen. Andere Chatportale bieten auch die Möglichkeit, dass sich Nachrichten nach einer gewissen Zeit selbst zerstören. Auch dieses kann WhatsApp nicht bieten.
Des Weiteren Arbeitet WhatsApp für Android und Apple Produkte mit unterschiedlichen Servern. Das bedeutet bei einem Wechsel zwischen den beiden Herstellern, dass alte Daten nicht importiert werden können.

Was sind die Alternativen?
Wer WhatsApp weiterhin nutzen möchte, muss den neuen Datenschutzbedingungen wohl oder übel irgendwann zustimmen. Für die Personen, die bereits ein Konto bei Facebook oder Instagram haben, ist die Hemmschwelle wahrscheinlich eher gering. Wer sich bisher aber dagegen gesträubt hat, seine Daten an Facebook weiterzugeben, dem bleibt wahrscheinlich nichts Anderes übrig, als sich eine Alternative zu suchen.

Wir stellen Ihnen die beliebtesten Alternativen Messenger Dienste einmal vor:

Signal
Wenn Sie nach einer gratis Alternative suchen, dann treffen Sie mit Signal die beste Wahl. Es ist eine Open-Source App, die nicht kommerziell und benutzerfreundlich ist.
Bei Signal steht die Privatsphäre an erster Stelle. Signal bewahrt keinerlei Nutzerdaten und benutzt eine starke Verschlüsselung. Dadurch, dass es sich um eine Open-Source-Software handelt, ist der Code auch öffentlich einsehbar und es ist einfach auf Fehler hinzuweisen.

Signal bietet dieselben Dienste, die auch WhatsApp bietet. Es können Texte, Fotos und Videos verschickt werden. Auch Telefonie, Videotelefonie und Gruppengespräche sind möglich.

Zudem bietet dieser Dienst die Möglichkeit Daten automatisch nach einer gewissen Zeit zu löschen.

Zwei kleine Nachteile sind, dass man nicht vollends anonym ist, da die Telefonnummer auch gleichzeitig der Nutzername ist. Aber das ist ja bei WhatsApp genauso. Zweitens ist der Hauptsitz von Signal in den USA und fällt daher auch unter das amerikanische Gesetz. Dort ist das Datenschutzgesetz nicht ganz so streng wie in den meisten europäischen Ländern.

Threema
Threema hingegen hat seinen Sitz in der Schweiz und fällt daher unter eins der strengsten Datenschutzgesetze der Welt. Threema ist im Gegensatz zu allen anderen Messangern keine kostenfreie App. Hier fällt beim Download eine einmalige Gebühr von € 3,99 an.
Ein weiterer Vorteil dieses Dienstes ist, dass man ihn vollständig anonym nutzen kann. Im Vergleich zu anderen Diensten muss hier keine Handynummer angegeben werden. Wenn man die Handynummer doch angeben möchte, kann der Dienst erkennen, ob andere Kontakte die App bereits benutzen und beim Verknüpfen helfen.

Auch diese App ermöglicht Telefonie, Videotelefonie und Gruppengespräche.
Zudem nutzt Threema eine extrem gute Verschlüsselung, bei der der Schlüssel auf dem eigenen Handy steht, sodass es für Threema unmöglich ist, Nachrichten auszulesen.
Seit Ende 2020 ist Threema auch eine Open-Source-Software.

Telegram
Telegram wurde von dem Russen Pavel Durov entwickelt, der damals an der Entwicklung der russischen Facebook Alternative VKontakte, beteiligt war. Bei der Entwicklung von Telegram wollte er ein sicheres Chatsystem hervorbringen. Dies ist im Vergleich zu den Alternativen aber etwas weniger gut verschlüsselt. Denn die einzelnen Nachrichten innerhalb von Telegram sind nicht verschlüsselt und so wäre es dem Dienst theoretisch möglich diese mitzulesen.

Um diesem zu entgehen, gibt es innerhalb des Dienstes sogenannte „Secret Chats“. Diese sind dann in jedem Fall sicher verschlüsselt.
Ein Alleinstellungsmerkmal von Telegram ist, dass es über eine praktische Umfragefunktion verfügt.

Hier gibt es die Möglichkeit, Nachrichten automatisch löschen zu lassen. Auch bei Telegram ist die Eingabe einer Telefonnummer eine Voraussetzung der Nutzung.

Lohnt sich ein Wechsel? Und warum fällt uns dieser so schwer?
Für die Nutzer in Europa sind die Folgen der Datenschutzänderung relativ gering. Jedoch lässt dieser Aufruhr einem die Macht von Facebook und Co. wieder ins Bewusstsein rufen. Auch wenn uns die Auswirkungen nicht direkt betreffen, ist es vielleicht doch eine Überlegung wert, sich nach Alternativen umzuschauen. Aber ein Wechsel zu einem andren Anbieter bringt natürlich nichts, wenn alle anderen Kontakte weiterhin bei WhatsApp sind. Man hat schlichtweg Angst, dass einem Freundeskreise verloren gehen, wenn man als einer der wenigen in einem anderen Messenger agiert. Dieser soziale Druck ist der Grund warum sich Facebook so viel mit seinen Usern erlauben kann, dabei sind die Alternativen WhatsApp in der Funktion und Sicherheit in einigem Voraus.

Lernen Sie nicht nur die Techniken, zum Schutz Ihrer Daten bei WhatsApp, sondern kaufen Sie sich eine Hülle und Panzerglas und schützen Sie Ihr Handy auch!
Tags: Tech, WhatsApp
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