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Mit der Datenspende-App des RKI gegen Corona

Keine Tracking-App, aber die neue Corona-Datenapp des RKI, entwickelt von mHealth Pioneers aus Berlin, soll essentielle Gesundheitsdaten sammeln und auswerten, um im Kampf gegen Corona besser gerüstet zu sein. Pulsfrequenzen, Körpertemperatur, Blutdruck und Schlafverhalten sollen Hinweise auf Regionen mit Corona-Verdachtsfällen liefern. Verstärkte Tests in den ausgemachten Gebieten sollen bei der Eindämmung von Covid-19 helfen.
Von Viktor Pulz am 14.04.2020
Bild-Quelle: RKI
Mit der Datenspende-App des RKI gegen Corona
Keine Tracking-App, aber die neue Corona-Datenapp des RKI, entwickelt von mHealth Pioneers aus Berlin, soll essentielle Gesundheitsdaten sammeln und auswerten, um im Kampf gegen Corona besser gerüstet zu sein. Pulsfrequenzen, Körpertemperatur, Blutdruck und Schlafverhalten sollen Hinweise auf Regionen mit Corona-Verdachtsfällen liefern. Verstärkte Tests in den ausgemachten Gebieten sollen bei der Eindämmung von Covid-19 helfen.

Seit einigen Wochen diskutiert Deutschland über eine Tracking-App, die Daten für die Erforschung und Erkennung von COVID-19 sammeln soll. Mithilfe von Tracing-Apps sollten Personen gewarnt werden, wenn die einem Infizierten zu nahegekommen sind und sie zum Text auffordern. Ein Softwaregerüst wurde von Experten erwartet, bekommen haben wir nun eine völlig andere App, die Corona-Datenspende, die das Robert-Koch-Institut zum Download freigegeben hat.

Mit der App „Corona-Datenspende“ will das Robert Koch Institut Daten zur Ausbreitung des neuartigen Corona-Virus in Deutschland sammeln. Das Ganze funktioniert grundsätzlich anders als die geplante Tracking-App, die aber wohl weiterhin entwickelt werden soll. Nach der Installation der App werden Daten der Personen über das Smartphone an das RKI weitergeleitet. Dabei geht um Daten wie der Puls, der Blutdruck, die Anzahl der Schritte und die Temperatur sowie das Schlafverhalten der Nutzer. Allessamt Daten, die gewöhnlicherweise von Fitnessarmbändern oder Smartwatches erfasst werden.

Die Idee dahinter ist simpel. Manche der Vitaldaten wir Puls oder ein veränderter Schlafrhythmus könnten dazu beitragen, dass mögliche Covid-19-Erkrankungen entdeckt werden könnten. Bei Fieber zum Beispiel reagiert unser Körper mit einem um etwa acht bis neun Schläge erhöhtem Ruhepuls pro Minute pro Grad Körpertemperatur. Wenn man nun die Vitaldaten vieler Menschen sammelt und hier in einer Gegend eine starke Veränderung bei vielen Nutzern feststellt, könne man in der Region verstärkt auf Corona testen und so die Bevölkerung schützen. Schon 10.000 Nutzer würden den Erkenntnisgewinn steigern, so der RKI-Experte Dirk Brockmann. Vergangenen Mittwoch hatten schon mehr als 100.000 Menschen die App heruntergeladen.

Idee der Corona-Datenspende-App gut – Kommunikation schlecht
Die Datenspende-App greift Daten der Plattformen Apple Health sowie die von Geräten wie Withings, Garmin, Polar oder Fitbin ab. Träger von Fitnessarmbändern und Smartwatches sollen so auf freiwilliger Basis mithelfen, das Virus und die Symptome der Erkrankung besser kennenzulernen und zu bekämpfen. Eigentlich unterliegen Gesundheitsdaten gemäß der europäischen Datenschutz-Grundverordnung besonderem Schutz, ebenso wie ethnische Herkunft, Gesichtszüge oder Fingerabdrücke. Daher bekräftigt das RKI, dass die Datenübermittler nicht identifiziert werden können.

Nutzer müssen ihren Namen nicht herausgeben, jedoch die Postleitzahl, um sich anzumelden. Dann bekommt man einen Identifikations-Code. Wer nicht mehr beim Datensammeln mithelfen möchte, kann jederzeit die Löschung seiner Daten verlangen. Die App verkündet: „Sie bleiben unerkannt“, allerdings kann dies niemand nachprüfen, denn der Quellcode liegt nicht offen. Unabhängige Stellen können die Sicherheit also nicht überprüfen Dazu ein Sprecher des Berliner Unternehmens mHealth Pioneers, welche die Corona-Daten-App entwickelt hat: „Die technologische Basis ist Kern des Geschäftsmodells und kann daher nicht offengelegt werden.“

Das ist aber nicht das einzige, was Skeptiker an der neuen App, neben dem generellen Sammeln solch sensibler Daten, stört. So wichtig und vielleicht gut die App ist, so schlecht war die Kommunikation bei Start. So verkündete das RKI, dass die App von Datenschützern geprüft sei. Das ist aber nicht der Fall, wie der Bundebeauftragte für Datenschutz klarstellte. Der Behörde liegt noch nicht einmal eine prüfbare Version vor. Daher musste die Formel des geprüften Datenschutzes umformuliert werden. Nun heißt es auf der Webseite des Robert Koch Instituts, dass die App den Datenschutz berücksichtige. Auch mHealth Pioneers versichern, dass keine kommerzielle Nutzung der Daten erfolgen wird.

Alles in allem eine mäßige Kommunikation und vor allem der bisherige Ausschluss der Prüfung der App hinsichtlich des Datenschutzes und technischer Sicherheit, schade dem RKI und provoziere Vertrauensverlust, wie Thorsten Schröder, Fachmann für IT-Sicherheit im Chaos Computer Club, anmerkt. Er sieht zusätzlich noch das Problem, dass es anscheinend keine Möglichkeit der Verhinderung von Fake-Daten, die die Leute liefern könnten, zu geben scheint.
Tags: Tech, RKI
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