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Playdate – Eine Retrokonsole mit neuer Idee

Das US-amerikanische Unternehmen Panic, das bisher für praktische Mac- und iPhone-Apps bekannt war, hat nun eine ganz besondere Spielkonsole namens Playdate angekündigt.
Von Viktor Pulz am 25.09.2019
Bild-Quelle: Playdate
Das neue Produkt von Panic soll Gelegenheitsspiele, die derzeit vor allem von Gaming-fähigen Smartphones dominiert werden, auf eine neue Konsole im Retrostil bringen. Sowohl der Aufbau der Konsole als auch das Spielkonzept sind aber alles andere als Retro. Die neue Idee soll Indie-Spielen eine größere Plattform geben und auch zum Entwickeln eigener Spiele anregen. Was Playdate alles kann, haben wir herausgefunden!

Eine Handheld-Konsole mit Kurbel
Das Gerät sieht auf den ersten Blick ähnlich wie alte Gameboys von Nintendo aus. Die Konsole hat ein D-Pad und zwei Knöpfe, ist damit also von der Bedienung her nichts Besonderes. Es kommt jedoch ein kleines Gimmick dazu: eine Kurbel an der Seite, die für verschiedenste Zwecke eingesetzt werden kann. Bei einem Spiel soll man beispielsweise mit der Kurbel den Zeitverlauf verändern können. So kann man die Zeit wortwörtlich zurückdrehen oder vorspulen. Der Einsatz der Kurbel kann weitgestreut sein, so würde sie sich auch ideal für ein Angelspiel eignen. Nicht jedes Spiel für Playdate benötigt den Einsatz der Kurbel, wer dieses Bedienungselement also nicht mag, muss es nicht zwangsläufig verwenden. Die Konsole ist minimalistisch designt, wird in strahlendem Dottergelb angeboten und hat einen schwarz-weißen LCD-Bildschirm. Dieser hat zahlreiche Vorteile, z. B. ist der Akku ohne Farben und Hintergrundbeleuchtung deutlich effizienter und sparsamer. Mit einer kabellosen Verbindung werden die Spiele auf das Gerät geladen, man benötigt also keine Spieldiscs oder ähnliches. Als Zielgruppe nennt Panic alle Konsumenten, die verrückte Spiele lieben und immer noch schöne Erinnerung an Klassiker wie Legend of Zelda und Co. haben. Dabei kommen wir auch schon zum Spielkonzept, denn das ist es, was die Konsole Playdate so außergewöhnlich macht.

Immer neue Spiele im Paket
Bisher sind 12 Spiele für Playdate angekündigt, die alle in einem wöchentlichen Abstand erscheinen werden. Diese können dann über die kabellose Verbindung geladen werden und sind im Kaufpreis enthalten. Das erste Spiel wurde von Keita Takahashi entwickelt, einem der erfolgreichsten Spieleentwickler im Genre. Sein Spiel Crankin’s Time Travel Adventure wird den Einsatz der Kurbel perfekt aufzeigen und das neue Spielkonzept vorstellen. Ob nach den 12 Spielen noch weitere Titel erscheinen sollen, weiß man bei Panic noch nicht. Zwar wäre eine Weiterführung wünschenswert, trotzdem kommt es für die Entwickler auf den Erfolg von und das Interesse an Playdate an. Die alternative Konsole hat große Konkurrenz, denn im Bereich dieser Spielgenres sind Smartphone-Spiele und Konsolen wie die Nintendo Switch absolute Marktführer. Trotzdem ist Panic davon überzeugt, eine eigene Nische zu finden, schließlich setzen die Entwickler auf einen Retro-Look, der sich mit neuer Technologie paart. Die Konsole soll außerdem besonders leicht zu hacken sein und wenige Einschränkungen besitzen. Damit wird sie auch für externe Entwickler interessant, die ihre eigenen Spiele kreieren und mit Freunden teilen wollen. Panic zeigt sich damit offen für ein Open-Source-Konzept, eine Einstellung die für Nintendo und Co. undenkbar wäre.

Retro als Trendfaktor
Während Grafiken und Gameplays immer aufwendiger werden, sind es vor allem die sogenannten „90ies Kids“, die sich oftmals nach dem Retro-Feeling in Spielen sehnen. Wer seine ersten Spielerfahrungen mit einem schwarz-weißen Gameboy oder eine NES gemacht hat, der weiß die großen Freuden der Pixelabenteuer richtig zu schätzen. Besonders bei Gelegenheitsspielen wie Jump ’n’ Runs und Co. kann man oftmals auf starke Grafiken verzichten, ein einzigartiger Stil ist dabei viel wichtiger. Trotzdem möchte man auf die unangenehmen Seiten der alten Technik verzichten. Lange Ladezeiten, Abstürze und zerkratzte Spiel-CDs waren damals alles andere als ein Grund zur Freude. Genau deshalb ist der neue Retrostil für viele Gamer eine perfekte Kombination aus alt und neu. Auch große Entwickler wie Nintendo wissen über den Trend Bescheid und bringen beispielsweise bekannte Brettspiele auf die Nintendo Switch. Außerdem erscheinen für die Konsole zahlreiche Remakes wie Ultimate Street Fighter, die zwar grafisch aufgebessert wurden, vom Stil aber noch an die pixeligen Bilder der NES erinnern. Auch simple PC-Spiele wie Minesweeper werden als App für das Smartphone angeboten und sind oftmals genauso beliebt wie aufwendige Games. Das Geheimnis liegt dabei viel öfter in der Simplizität des Spiels. Dasselbe gilt auf für klassische Casinospiele wie Roulette, die mittlerweile auch als Online-Version erschienen sind. Mit dem Schritt in das Internet wird der Charme der eleganten Casinotraditionen mit den Vorteilen der digitalen Welt kombiniert. Die Verbindung zwischen Retro-Feeling und moderner Technologie, wie sie von Playdate angestrebt wird, könnte eine Bandbreite an Spielen ausgezeichnet umsetzen und vor allem Gamer der 90er-Jahre direkt ansprechen.

Die Konsole Playdate trifft mit ihrem neuartigen Konzept einen Nerv der Zeit. Mit einer einfachen, aber innovativen Steuerung, einem Retrolook und einem Spieleabonnement, das immer neue Spielehits bringt, kann sie alles, was eine gute Handheldkonsole bieten muss. Ob sich Playdate neben Smartphones und Nintendo-Konsolen durchsetzen kann, bleibt trotzdem abzuwarten.
Tags: Games, Playdate