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Die Kryptowelt und die Gaming-Industrie

Kryptowährungen erfreuen sich einer immer größer werdenden Beliebtheit. So verwundert es kaum, dass diese Währung auch schon Einzug in Spielen gehalten hat. Mit am bekanntesten ist hier sicherlich Cryptokitties.
Von Daniela Heim am 13.09.2019
Bild-Quelle: bitcoin
Diejenigen, die über digitales Geld verfügen, investieren Millionen von Dollar in Entwickler von Computerspielen. Was ist das – Nächstenliebe, um die Entwicklung von Blockchain-Games und Kryptogames zu unterstützen, oder kalte Berechnung für den eigenen Vorteil? Warum nutzen immer mehr Menschen automatische Handelssysteme und interessieren sich für Bitcoin Era Erfahrungen von anderen Usern? In diesem Artikel haben wir versucht, die Antworten auf diese Fragen zu finden.

Im Jahr 2017, als der Preis für Bitcoin aktiv wuchs, begann die Feindschaft zweier Welten. Spieler hassten Miner, weil leistungsstarke Grafikkarten aus allen Läden verschwanden und die Preise für Computerausrüstung zeitweise sogar stiegen. Der Krieg dauerte nicht lange. Die Spieler bemerkten nicht, wie schnell sie zu Token-Minern wurden, und Vertreter der Krypto- und Blockchain-Industrie wurden zu Entwicklern von Inhalten für Gamer. Heute gibt es bereits zahlreiche verschiedene Kryptowährungen.

Das Hauptziel der Unternehmen besteht darin, Spieleentwickler zu unterstützen und neue Möglichkeiten für die Monetarisierung zu schaffen. Man unterstützt die Hersteller von Computerspielen, die in ihren Projekten Kryptowährung und Blockchain verwenden. Solche Projekte sind kostenlos, aber Spieler müssen virtuelle Inhalte kaufen, um die Fähigkeiten ihrer Charaktere zu verbessern oder auf ein neues Level zu gelangen. Ein prominentes Beispiel für solch ein Spiel ist Cryptokitties, dessen Blockchain-Architektur aber durch den großen Ansturm schon wenige Tage nach dem Start zusammenbrach. In verschiedenen Spielen können digitale Gegenstände mit Hunderten von Dollar bewertet werden. Oft werden sie von Teilnehmern nicht im Spielsystem, sondern auf besonderen Märkten für Gamer gekauft und verkauft. Dies wiederum untergräbt die In-Game-Wirtschaft und das gesamte von den Entwicklern erfundene Geschäftsmodell erheblich.

Investoren sind sich sicher, dass sich ihre Investitionen auszahlen werden. Darüber hinaus gibt es viele Beispiele dafür, dass die Kombination von drei Branchen (Spiele, Blockchain und Kryptowährungen) ein gutes Einkommen bringen kann. Hierbei kommt es aber auch immer darauf an mit wem man spricht: Manche sind mega begeistert und wiederum andere extrem skeptisch. In letzter Zeit ist eine beträchtliche Anzahl von Diensten erschienen, die Spielern dabei helfen, Kryptowährung abzubauen (Mining) und gegen Spielmünzen einzutauschen. Gleichzeitig müssen die Spieler keine speziellen Farmen errichten, sich nicht mit Geldbörsen und mit den Grundlagen des Kryptohandels befassen. Der Spieler lädt die Anwendung einfach von der offiziellen Website herunter und wählt die Belastung des Prozessors mit der Grafikkarte sowie die Währung des Spiels aus. Die Spieler sind aktiv an diesen Diensten interessiert, da es eine der größten Freuden eines Spielers ist, einen Gegenstand im Spiel kostenlos zu bekommen, auch wenn sie dafür massiv in Rechenleistung und Strom investieren müssen. Doch nicht nur das direkte Mining zum Erhalt von In-Game-Items, auch die Kryptowährungsspende erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Bei Computerspielen wird dies als Spende an Entwickler bezeichnet. Der Spieler überweist das Geld und erhält im Gegenzug alle virtuellen Gegenstände, die zum Beenden der Levels erforderlich sind. Wenn die Entwickler von Computerspielen nur versuchen, digitale Token in ihr Wirtschaftssystem einzuführen, sammeln Streamer bereits aktiv Spenden in Kryptowährungen.

Durch die Kombination von Computerspielen, Blockchain-Technologien und Kryptowährungen ist eine völlig eigenständige Branche entstanden, die bereits heute allen Beteiligten erhebliche Einnahmen bringt. Während einige über den bevorstehenden Zusammenbruch von Bitcoin, die Risiken und die Nichtliquidität von Tokens nachdenken, führen andere digitale Zahlungen in neue Branchen ein und machen Kryptowährungen zu einem integralen Bestandteil des Lebens von Millionen von Menschen. Für die Entstehung neuer teurer Projekte braucht die Kryptowelt die Spielindustrie, und Spielentwickler brauchen einen Markt für digitale Währungen.

Kryptowährung und Spiele auf dem Weg zum Mainstream
Dennoch haben Blockchain-Spiele noch keinen Mainstream-Erfolg. Das Problem sind einerseits wohl die fehlenden geeigneten Vertriebskanäle für diese Art Spiele. Mehrheitlich sind Blockchain-Spiele derzeit Web-Spiele, was durch die hohe Rechnerleistung, die für das Mining benötigt wird, auch erklärbar ist. Doch viele wollen mobile Games spielen, Spiele mit Kryptowährungen werden jedoch von den Stores nicht zugelassen. Zum anderen ist die Komplexität der Krypto-Games entmutigend für den Nicht-Krypto-Benutzer. Nur für wahre Enthusiasten sind die Spiele bisher attraktiv. Blockchain-Anwendungen sind zu kompliziert und für den Laien nicht transparent. Die Nutzererfahrung und somit der Spielspaß leiden.

Aber die Technologie steckt auch noch in den Kinderschuhen. Cryptokitties brach noch zusammen und legte die Ehtereum-Blockchain für Tage lahm. Viele sagen, Blockchain sei zu langsam, große interaktive Anwendungen hätten keine Chance, doch manche sind auf dem Weg, die Technologie zu verbessern, die Nutzung einfacher zu machen. Ein Beispiel ist die Xaja-Plattform, die auf dezentrales Gaming ausgerichtet ist. Mit Xajaships wurde ein Spiel entwickelt, welches auf der Transfersystem-Plattform basiert. In Gamechannels können Spiele unabhängig von der Blockchain in Echtzeit laufen. Dadurch sind die Spiele skalierbar, Millionen von Transaktionen möglich.

Ähnlich läuft es bei Hash Rush, einem Game von VZ Games, welches ein Aufbauspiel ist, indem Fortschritte mit Rush Coins belohnt werden. Direkt im Spiel ist keine Geldbörse für die Kryptowährung integriert, erst, wenn man sich verdiente Coins wirklich auszahlen lassen möchte, muss ein Wallet dafür her. Auch das Mining wird nicht über den Spieler-PC laufen, sondern über die Server der Entwickler, also auf Mining-Farmen extra dafür. So entfällt die Voraussetzung eines superstarken Rechners, um hier mitspielen zu können und macht Krypto-Games attraktiver für den Normalspieler.

Dieser Ansatz kann noch weitergeführt werden. In den meisten Spielen gibt es nicht nur eine Spielwährung, sondern auch eine spezielle Währung, die nur mit Echtgeld zu haben ist, oder manchmal verdient werden kann. Diese Premiumwährung als echte Kryptowährung würde es möglich machen, dass man Premiumwährung wieder in Echtgeld umwandeln kann, ganz flexibel und nachvollziehbar. Erkämpfte Diamanten aus einem Spiel können so zur Geldquelle für den Spieler werden.

Großes Potential liegt in der Blockchain, wenn es um den Verkauf gebrauchter Spiele geht. So baut schon heute die Plattform Robot Cache ganz auf den Einsatz virtueller Währung beim Verkauf schon gebrauchter Spiele. Die Abwicklung der Transaktionen erfolgt über die Ethereum-Blockchain, ausgezahlt werden die Erlöse der Verkäufer zunächst als Tokens, die dann gehandelt werden darf.

Spielerlebnisse verbessern durch Informationen vom Nutzer
Doch die Nutzung von Blockchains in Spielen führt sogar noch weiter. Blockchain-Spiele speichern die Daten der Spieler in der „Cloud“. So ist es theoretisch möglich, dass andere Entwickler auf den Datensatz des Kunden zurückgreifen könnten, um herauszufinden, welche Erfahrung der Spieler schon hat. Hat er schon sehr viele Strategietitel gespielt, könnte man so auf einige Hinweise und Tutorial-Einblendungen verzichten. Das Ganze funktioniert natürlich auch andersherum, dass man unerfahrenen Spielern mehr Hilfestellungen an die Hand gibt, um ihm den Spieleinstieg zu erleichtern.

Letztendlich wäre es durch die Nutzung einer Blockchain eines Entwicklers mit mehreren Spielen, möglich, Items und Charaktere in andere Spieleuniversen zu transportieren. Cross-Universe-Mechanismen könnten Spieler mehr an ein Unternehmen binden, mehrere Spiele spielen. Ein erster Ansatz in diese Richtung war CryptoCuddles, in dem man mit all seinen in CryptoKitties gezüchteten Kätzchen in die Schlacht zieht. Doch das ist, wie viele andere Nutzungsmöglichkeiten von Blockchain und Kryptowährung in Spielen noch Zukunftsmusik. Geht man aber davon aus, dass die Experten recht behalten, und die Kryptowährungen und Blockchains schon in 5 bis 10 Jahren in vielen Branchen ein großes Thema sein wird, wäre es doch von Vorteil, wenn die Gaming-Branche hier als Vorreiter auftritt und zeigt, was alles möglich ist.
Tags: Games, Bitcoin