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Coin Master setzt 280 Millionen Dollar durch Influencer um

Durch massive Schaltung von Werbung auf Facebook, Instagram und YouTube hat wohl jeder mittlerweile schon etwas von Coin Master gehört bzw. gesehen. Mit Mega-Influencern wie Dieter Bohlen, Daniela Katzenberger, Pietro Lombardi oder auch Bibi von Bibisbeautypalace schafft es die App in die TOP 5 der Charts. Die Downloads steigen massiv an, die Umsätze auch – wie teuer ist das Ganze für Moon Active und letztendlich auch den Spieler?
Von Daniela Heim am 27.08.2019
Bild-Quelle: Coin Master
Glücksspiel-Apps sind in den letzten Jahren immer beliebter geworden. Ob Merkur Sunmaker, DrückGlück, Wunderino oder Coin Master – in allen Spielen lockt der große Online Casino Spaß mehr und mehr Menschen an die Slotmachines. Vor allem Coin Master ist in der letzten Zeit durch eine riesige Marketing-Kampagne aufgefallen. Da fläzt sich Dieter Bohlen entspannt im Stuhl und erzählt, wie ruhig er beim Spielen ist, und schimpft dann gewaltig drauf los, weil ein anderer Spieler es wagt, sein mühsam aufgebautes Dorf zu zerstören. Daniela Katzenberger liegt mit ihrem Mann im Bett und regt sich auf – genau, weil dieser ihr Dorf angreift. Und Pietro Lombardi nimmt unterdessen mal eben einen neuen Hit auf, natürlich passend zum Spiel Coin Master. Die Kombination der Media-Kampagne mit Mega-Influencern als Testimonials zeigt Wirkung. Die App Coin Master vom israelischen Unternehmen Moon Active ist dauerhaft in den TOP 5 der Spielecharts zu finden, die Downloadzahlen steigen täglich (allein in Deutschland wurde die App bisher über 4 Millionen Mal heruntergeladen) und der Umsatz im Spiel natürlich auch. Alles richtig gemacht, oder?

Die Werbeoffensive von Coin Master im Überblick
Das Team von OMR hat sich die Werbeoffensive einmal genauer angeschaut. Was kostet solch eine große Influencer-Kampagne und wie kommen die starken Umsätze in der App zustande?
Zuerst hat Moon Active klassische Werbespots produziert und diese werden in den Newsfeeds, in den Stories und auf YouTube als Pre-Roll-Ads (die klassischen vorgelagerten Werbeeinspielungen bei einem Video) ausgespielt. Gut, dass man die Zahlen der ausgespielten Ads auch sehen kann. In Facebook sind es 180 Anzeigen, die allein in Deutschland laufen, auf Instagram sind es 75 im Feed und 74 in den Stories. Bei YouTube kann man die Zahl der verschiedenen Anzeigen nicht auslesen, aber auch hier muss die Werbung im großen Stil geschaltet sein, denn es gibt massenhaft Reaktionsvideos großer YouTuber.

Doch das allein ist es nicht, was die Kampagne von Moon Active für Coin Master ausmacht. Zu dieser klassischen Form der Anzeigenschaltung in den digitalen Medien kommt noch eine große Influencer-Kampagne hinzu. Die Influencer werben auf ihren Kanälen in den sozialen Medien noch zusätzlich und erreichen so viele Hundertausende Menschen. Eine Mega-Influencerin ist neben den erwähnten Promis Bibi von Bibisbeautypalace, der 5,6 Millionen Menschen auf YouTube folgen. Sie erzählt sogar von ihren Erlebnissen bei Coin Master. Allein die Platzierung eines Pre-Roll-Videos bei Bibi soll mittlerweile fünfstellige Summen kosten. Hinzu kommen die Anzeigen, die Kosten für die Influencer an sich und die Produktion der Clips. So dürften sich die Ausgaben für die Werbeoffensive laut Branchenexperten in einen höheren sechsstelligen Bereich bewegen. Und wofür das alles? Natürlich, um Geld zu verdienen, denn Moon Active ist kein gemeinnütziger Verein, der Menschen nur Spaß bringen will. Und die riesigen Werbeausgaben müssen ja auch wieder reingeholt werden.

Casino-Feeling im Aufbauspiel oder Aufbauspiel im Casino-Feeling?
Das Spiel Coin Master gibt es übrigens schon seit dem Jahr 2015, erst mit der laufenden Werbekampagne ist es aber nun in aller Munde und wird von Millionen Menschen gespielt. Im Zentrum steht dabei nicht das Dorf, um das sich die Influencer so viele Sorgen machen, sondern ein einarmiger Bandit. Mit diesem erwirtschaftet man das Geld, die Coins, die zum Dorfaufbau benötigt werden. Der Dorfausbau dient nur dem Leveln im Spiel. Bei Erreichen des nächsten Levels kommt nichts weiter hinzu, als dass man ein neues Dorf errichten kann. Im Umkehrschluss sind die Angriffe auf die Dörfer unserer Influencer schon ärgerlich, denn auch durch diese braucht man wieder Coin-Nachschub für den Wiederaufbau. An der Slotmachine kann aber nicht dauerhaft kostenlos gedeht werden, um die begehrten Coins zu bekommen. Teilweise müssen Spieler bis zu einer Stunde warten, um wieder 5 Mal den Arm des Banditen zu betätigen. Wer nicht warten will, schaut Werbevideos oder gibt Geld aus, echtes Geld.

Riesiger Umsatz durch In-App-Monetarisierung mit Suchtgefahr?
Wieviel Euro er ausgibt, um an die begehrten Coins zu gelangen, entscheidet jeder selbst. Zwischen 1 und 350 Euro kann man für ein Paket mit dem Münzen ausgeben. Ganz normale In-App-Monetarisierung also, die aber in Coin Masters noch auf die Spitze getrieben wird. Denn im späteren Spielverlauf kommen noch Haustiere (Pets) hinzu, die einen ziemlichen Hunger haben. Das Futter kann nur mit echtem Geld bezahlt werden. Spieler beschweren sich außerdem noch darüber, dass sie, je mehr sie im Spiel fortgeschritten sind, desto weniger Glück an der Slotmachine haben. Alles in allem hat Moon Active mit Coin Master bisher insgesamt ungefähr 280 Millionen US-Dollar Umsatz gemacht. Grundpfeiler dieser enormen Umsätze im Spiel sind:
- Casino-Elemente, in dem Fall die Slotmachine, die ein bisschen süchtig macht
- Soziale Elemente (das Angreifen der Dörfer und der Wille, es wiederaufzubauen)
- Emotionale Elemente (Haustiere, die Hunger haben)
- Spielbalancing (Abnahme der Gewinnchancen mit höherem Level)

Coin Master zeigt auf beeindruckende Weise, wieviel Potential die Social-Casino-Branche in sich hat. Coin Master setzt genau wie viele andere Social-Casino-Apps auf die Elemente des Glücksspiels, aber verpackt diese besonders geschickt. Durch die Aufbausimulation, die Haustiere und die soziale Interaktion werden die Spieler viel intuitiver und tiefer in eine Spielwelt hineingezogen, in der sie gern Geld ausgeben, auch wenn sie, wie in allen Online-Casinos, dieses nicht wieder zurückgewinnen können, was im echten Casino ja zumindest theoretisch möglich ist. Zudem kann Coin Master durch diese Aufmachung, die Grafik, das Spielprinzip und durch die Bewerbung durch die Influencer deutlich andere Zielgruppen ansprechen, die sonst niemals auf die Idee gekommen wären, eine Slotmachine zu spielen.
Tags: Games, Coin Master
Quelle: OMR