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Kriminelle bevorzugen weiterhin Bitcoin zur Geschäftsabwicklung

Der Bitcoin ist und bleibt die liebste Währung im Darknet. Für das Jahr 2019 wird sogar ein neuer Rekord erwartet. Folgt man dem neuesten Bericht von Chainalysis, einem Kryptounternehmen, so könnte erstmals ein Wert von mehr als einer Milliarde US Dollar-erreicht werden.
Von Viktor Pulz am 09.07.2019
Bild-Quelle: bitcoin
Erste Berechnungen lassen auf einen neuen Rekord schließen
Das Darknet ist das Lieblingsargument jener Bitcoin-Kritiker, die die Meinung vertreten, dass Kryptowährungen ausgesprochen gefährlich sind. Eine Währung, die anonym verwendet werden kann, so wie das etwa beim Bitcoin der Fall ist, würde richtig verlockend sein, dass man illegalen Aktivitäten nachgeht, da man so die Geldflüsse verschleiern könnte.

Die Zahlen, die nun von Chainalysis veröffentlicht wurden, scheinen die Kritiker zudem noch zu bestärken: In den ersten sechs Monaten des Jahres 2019 sind im Darknet um die 515 Millionen US Dollar transferiert worden - neben gestohlenen Kreditkarten-Informationen wurden auch Kinderpornos wie auch Drogen bezahlt.

Rechnet man die ersten sechs Monate hoch, so könnte 2019 erstmals die magische Milliarden-Grenze übersprungen werden; der Rekord aus dem Jahr 2017, als Bitcoins im Wert von 872 Millionen US Dollar transferiert wurden, scheint mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit gebrochen zu werden.

Ist der Bitcoin eine Gefahr?
Fakt ist: Normale Bürger wollen mit den Geschäften, die im Darknet abgeschlossen werden, nichts zu tun haben - das Darknet ist und bleibt ein Tummelplatz für Kriminelle. Kann aufgrund der Tatsache, dass der Bitcoin die Lieblingswährung der Kriminellen im Darknet ist, abgeleitet werden, dass die Kryptowährung eine tatsächliche Gefahr für die Gesellschaft darstellt? Nein. So wurde von Seiten der Experten von Chainalysis betont, dass aktuell weniger als 1 Prozent aller Bitcoin-Umsätze auf illegale Geschäfte entfallen würden - im Jahr 2012 lag der Anteil bei 7 Prozent.

Aktuell konzentrieren sich die Beamten darauf, mit den Kryptobörsen zusammenzuarbeiten, um so praxisnahe Methoden zu schaffen, sodass in naher Zukunft auch die Geldflüsse kontrolliert werden können. Zudem sind die Gesetzeshüter heute auch schon in der Lage, Bitcoin-Zahlungen im Darknet mittels Blockchain-Analyse verfolgen zu können.

Niederlande: Gesetzesänderungen geplant
Auch in den Niederlanden will man nun die Gesetze verschärfen: Finanzminister Hoekstra und Justizminister Grapperhaus haben einen Aktionsplan an das Parlament übermittelt, wie man in naher Zukunft mit Kryptobörsen sowie auch Initial Coin Offering-Anbietern umgehen soll. Am Ende müssen wohl auch all jene, die über Bitcoin Trader dem Handel nachgehen, mit gravierenden Veränderungen rechnen.

So sollen alle Transaktionen wie auch Tauschprozesse von digitalen Währungen in Fiatgeld oder auch zwischen den Kryptowährungen unter das sogenannte nationale Anti-Geldwäsche-Gesetz fallen. Das Gesetz geht aus den Anti-Geldwäsche-Richtlinien der Europäischen Union sowie den jüngsten FATF-Standards hervor, das weltweite Gremium, wenn es darum geht, Geldwäsche zu bekämpfen. Börsen- wie auch Wallet-Betreiber und Unternehmen, die sogenannte Initial Coin Offerings (kurz: ICOs) anbieten, sollen in naher Zukunft Kunden- wie auch Transaktionsdaten registrieren sowie überprüfen. Zudem sind sie auch angehalten, dass verdächtige Überweisungen der dafür zuständigen Finanzaufsicht gemeldet werden.

Bis zum Jahr 2020 wollen die Minister die Änderungen beschließen. Der aktuelle Gesetzesvorschlag wird gerade vom niederländischen Staatsrat begutachtet. Die Regierung muss nämlich jedes Gesetzesvorhaben dem Beratungsorgan vorlegen, bevor in weiterer Folge das Parlament darüber abstimmt.

Der Aktionsplan bekräftigt auch das finanzielle Engagement des Kabinetts: Im letzten Jahr hat die niederländische Regierung 30 Millionen Euro investiert, um Cyber-Kriminalität den Kampf anzusagen - nun soll ein Teil des Geldes dafür verwendet werden, um die kriminellen Geldströme aufzuspüren und auch um Kryptowährungen erforschen zu können.

Das Comeback des Bitcoin
In einer demokratischen Gesellschaft sollte es nicht sein, dass die kriminellen Aktivitäten von ein paar wenigen Menschen dazu führen, dass es zur Beschneidung der Freiheit der Gesamtheit kommt. Aus diesem Grund müssen derartige Aktionspläne wie auch Gesetzesänderungen gut durchdacht sein - der Bitcoin ist nämlich keine Währung der Kriminellen, sondern eine immer ernstzunehmende Ergänzung zum traditionellen Finanzsystem geworden.

Zudem haben die letzten Wochen gezeigt, dass sich der Bitcoin wieder auf Erfolgskurs befindet: Innerhalb eines halben Jahres konnte der Bitcoin von 3.500 US Dollar auf knapp 14.000 US Dollar steigen - die Prognosen sehen den Bitcoin zudem schon bei über 20.000 US Dollar.
Tags: Tech, Bitcoin