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Online-Casinos stehen unter erhöhtem Druck der Landesmedienanstalten

Glücksspiel in Deutschland ist durch den Glücksspielstaatsvertrag (Kurz: GlüStV) geregelt. Dessen Ziel ist es, Glücksspielsucht zu verhindern beziehungsweise einzudämmen. Da das Gesetz oft wenig Wirkung zeigt, schreiten nun die Medienanstalten der Länder ein und erhöhen den Druck auf Online-Casinos.
Von Iris Pflug am 15.03.2019
Bild-Quelle: Playtika
Auf den ersten Blick wirken die gesetzten Ziele sehr klar: es sollen Spielsucht und unerlaubte Glücksspiele verhindert werden. Zudem ist der Jugend- und Spielerschutz zu gewährleisten und ein ordnungsmäßiger Ablauf der Spiele sicherzustellen. In der Praxis sorgt dieses Gesetz aber oft für Verwirrung und lässt viel Interpretationsraum, sodass es immer wieder zu vermeintlichen Verstößen kommt, die aber nicht als solche deklariert werden. Daher sehen die Medienanstalten der Länder Handlungsbedarf und erhöhen nun den Druck auf Online-Casinos.

Im ersten Schritt haben sich die Landesmedienanstalten die Reduzierung der TV-Werbung für Online-Casinos als Ziel gesetzt. Mehreren Anbietern von Online-Glücksspielen wird vorgeworfen, dass sie trotz Verbot nach wie vor TV-Werbespots schalten und so neue Kunden anwerben. Die Firmen nutzen Lizenzen, die aus europäischen Casino-freundlicheren Ländern wie Malta stammen. Damit rechtfertigen sie ihr geschäftliches Vorgehen in Deutschland.

Obwohl die Landesmedienanstalten diese Methode kritisch sehen und entschieden sind dagegen vorzugehen, gestaltet sich der Eingriff durch die internationalen Aktivitäten der Casino-Firmen schwierig.

Erste Erfolge der Behörden
Mehr Erfolg haben die Behörden im Vorgehen gegen Geldwäsche. Hierfür wurden Zahlungsströme ins Ausland gestoppt. Erste Erfolge aus Sicht der Behörde sind sichtbar, indem einzelne Anbieter von Zahlservices die Kooperation mit Online-Casinos beendet haben.

Eine erste Aktion TV-Werbung von Online-Casinos der Landesmedienanstalten bestand darin, mehrere hundert deutsche Sender direkt per Brief zu kontaktieren. In dem Schreiben werden die Sender aufgefordert, Spots für Online-Casinos nicht weiterhin auszusenden. Als Strafe bei Missachtung der Aufforderungen drohen den Sendern Sanktionen z.B. in Form von Bußgeld. Wie viel Wirkung die Warnung hat wird sich noch zeigen.

Sind Social Casinos von den Maßnahmen betroffen?
Bislang gibt es noch keine einheitliche Regelung, ab wann Social Casinos genehmigungspflichtig oder sogar als illegal eingestuft werden.
Durch ihre kostenlose Nutzung und den Verzicht auf Echtgeldausschüttung gilt ein Social Casino nicht als Online-Glücksspiel im klassischen Sinn. Daher bleiben diese Spieleanbieter bislang unberührt von dem Druck der Behörden.

In Deutschland wird sich daran vorerst wohl auch nichts ändern. In den USA bemühen sich allerdings mehrere Gerichte um ein Urteil, das entscheiden wird, ob dort Social Casinos als illegal gelten oder nicht.

Was ist sonst so spannendes passiert?
Wenig beeindruckt vom Druck der Landesmedienanstalten zeigt sich der riesige Spieleentwickler Playtika. Die Firma ist in Shoppinglaune und hat so nach dem Kauf des Berliner Studios Wooga (nebenbei bemerkt: der Kaufpreis lag laut Berichten bei schlappen 100 Millionen US-Dollar) noch einmal zugeschlagen: Für weitere 100 Millionen kaufte Playtika das Game-Startup Supertreat.

Auch der Spieleentwickler Jam City hat sein Portfolio erweitert. Mit der Übernahme des Spiels Bingo Pop von Uken Games sichert sich das Unternehmen ein beliebtes Online-Game im Casino-Segment.
Tags: Games, Playtika