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Facebook bezahlt junge Nutzer fürs Datensammeln!

Nach den Plänen über eine technische Zusammenführung von WhatsApp, Facebook-Messenger und Instagram ist Facebook schon wieder in den Medien. Dieses Mal geht es darum, dass das Unternehmen Teenagern eine App anbietet, mit der die jungen Nutzer fleißig Daten weitergeben und dafür von Facebook bezahlt werden.
Von Daniela Heim am 01.02.2019
Bild-Quelle: Facebook
Facebook ist immer für eine News gut. Nach dem letzten Aufschrei bezüglich der Zusammenlegung der Messengerdienste, Facebook-Messenger, Instagram und WhatsApp auf technischer Ebene, steht das Unternehmen nun schon mit dem nächsten Skandal im Blickpunkt. Mit der App Facebook Research bietet Facebook seit drei Jahren bevorzugt jungen Leuten im Teenager-Alter Geld dafür, dass sie im Auftrag von Facebook fleißig Daten sammeln und dem Konzern einen ungeschützen Einblick in ihre Privatsphäre geben. Denn mit der VPN- Anwendung Facebook Research werden alle Aktivitäten des Gerätes im Internet gescannt und analysiert.

Facebook startete nach Informationen des Portals Techcrunch schon im Jahr 2016 mit der Bezahlung von Nutzern für die Offenlegung ihrer persönlichen Daten. 20 US-Dollar pro Monat plus diverse Boni ist das dem Unternehmen wert. Der Deal wird Usern zwischen 13 und 35 Jahren angeboten. Die App wird auf dem iOS- oder Android-Gerät installiert und dann geht das muntere Datensammeln los. Es soll sogar Bitten darum gegeben haben, die Bestellhistorie bei Amazon freizugeben. Die Dienste Applause, uTest und BetaBound bieten die App an. Facebook Research ähnelt im Übrigen extrem der damals aus dem Appstore geworfenen Anwendung Onavo, die ebenfalls Daten en Masse sammelte und den Apple-Leuten ein Dorn im Auge war. So wundert es nun kaum, dass Facebook ankündigte, Facebook Research zumindest vorübergehend aus dem AppStore zu entfernen.

Facebook Research geht weit über die Nachvollziehung der Browser- und Anwendungsverläufe hinaus. Auch auf höchst persönliche und sensible Daten wie Nachrichten aus den Messengern, Fotos, Videos, Mails und Location-Daten wird zugegriffen und geben wertvolle Informationen über Gewohnheiten und Vorlieben von Menschen ab. Nachdem Facebook Research für iOS schon ausgesetzt wird, ist übrigens auch die Registrierung über Applause geschlossen. BetaBound aber bietet die Research-App auch weiterhin an. Facebook scheint sich nicht geschlagen zu geben, auch wenn offensichtlich ist, dass eine eingestellte und quasi verbotene App, nämlich Onavo, unter neuem Namen einfach wieder genau das Gleiche macht.

Besonders übel an dieser Sache: vor allem Kinder sind Zielgruppe von Facebook, die sie mit 20 Dollar pro Monat schnell locken können und denen die Tragweite der Nutzung der App nicht mal wirklich bewusst ist. Beim Anbieter uTest wurde zum Beispiel extra für Kinder das Projekt Atlas ins Leben gerufen. Wir sind gespannt, wie lange Facebook Research noch existiert oder ob diesem Treiben irgendwer einen Riegel vorschiebt.
Tags: Tech, Facebook
Quelle: Onlinemarketing.de