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EU-Kommission weist Youtubes Kritik an Urheberrechtsreform als unsinnig zurück

Die geplante Urheberrechtsreform der EU-Kommission wird heftig diskutiert und stößt immer wieder auf Ablehnung. So hat auch Youtube-Chefin Susan Wojcicki ihren Unmut geäußert. Doch ihre scharfe Kritik an der Reform des Urheberrechts wurde nun von der EU-Kommission als Unsinn abgeschmettert.
Von Daniela Heim am 08.11.2018
Bild-Quelle: Google
Die Youtube-Chefin Susan Wojcicki ist eine von vielen, die ihre Kritik an der geplanten Urheberrechtsreform der EU lautstark äußern. Vor kurzem hat sie in ihrem vierteljährlichen Brief an die Creator-Community dazu aufgerufen, sich vor allem über den geplanten Artikel 13 zu informieren und möglichst sofort zu handeln.

Konkret geht es hier darum, dass sich Online-Plattformen die Lizenzen von Rechteinhabern sichern müssen, wenn deren Inhalte verbreitet werden sollen. Verletzen Nutzer die Urheberrechte, dann sollen die Plattformen haften. Wojcicki sieht eine Gefahr für die frei Nutzung des Internets und für die Plattformen, die bisher eine Haftungsprivilegierung genießen. Eine sehr wahrscheinliche Lösung für die Überprüfung der Einhaltung der Lizenzrechte sind nämlich Upload-Filter. Bei beispielsweise 450 Millionen neuer Inhalte pro Tag, die auf Youtube hochgeladen werden, sei es praktisch gar nicht möglich alles manuell auf Rechtssicherheit zu überprüfen. So könnten Upload-Filter das Hochladen von Inhalten automatisch unterbinden. Vielen kleinen Youtubern würde so die Möglichkeit verwehrt, ihre Inhalte anderen zu präsentieren. Eine Eingrenzung auf Inhalte einer Handvoll großer Unternehmen, die sicher die Lizenzrechte erworben haben, wären die Folge, so Wojcicki.

Die EU-Kommission wies nun ihre Kritik als unsinnig zurück. Wojcicki würde behaupten, die EU sei gegen das Internet, was so nicht stimmt. Es ginge der EU nicht darum, spezielle Plattformen und deren Nutzer zu drangsalieren, sondern es solle nur die Position von Rechteinhabern gestärkt und diese eben auch für ihre Werke bezahlt werden. Jeder kann auch nach der Reform weiterhin seine Inhalte posten und kreative Videos hochladen. Die EU-Kommission lädt ausdrücklich jeden, der etwas Konstruktives und Nützliches zum Diskurs zur Reform beitragen möchte, sich zu melden. Eine eindeutige Klatsche gegen Wojcicki, die in scharfen Worten daherkommt. Youtube nimmt zur Reaktion der EU-Kommission Stellung und betont, dass die Chefin lediglich zum Ausdruck bringen wollte, dass die Urheberrechtsreform auch zu ungewollten Begleiterscheinungen führen könne, man aber natürlich mit der Kommission dacore gehe, dass das Urheberrecht dem digitalen Zeitalter angepasst werden müsse.
Tags: Tech, Youtube
Quelle: Heise