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Neue Gesetzesänderung soll Casinos in Japan erlauben

Bis vor kurzem waren Casinos in Japan verboten. Ein neuer Gesetzesentwurf soll Casinos künftig erlauben. Durch diese Regulierung verspricht sich der Staat einen Wirtschaftswachstum.
Von Christina Braun am 11.07.2018
Bild-Quelle: Book of Ra
Bisher war im Land der aufgehenden Sonne der Betrieb von Casinos verboten. Dies lag vor allem daran, dass das buddhistisch geprägte Land sich vor allem Sorgen um Spielsucht und Verbrechen gemacht hat. Doch nun arbeitet der japanische Staat an einem neuen Glücksspielgesetzt das künftig den Betrieb von Casinos erlauben soll. Ob das neue Gesetzt auch Raum schafft für Online-Casinos, die zum Beispiel auch Online Poker anbieten, ist bisher nicht bekannt.

Obwohl es in Japan bis dato noch keine offiziellen Casinos gibt, heißt es nicht, dass im Land kein Glückspiel existiert. So gibt es zum Beispiel Wettspiele für Pferde-, Boots- und Radrennen und auch Lotterien sind erlaubt. Diese werden meist vom Staat verwaltet. Der Grund wieso es noch keine Casinos im Land gibt, liegt laut Direktor der Center for Amusement Industry Studies der Osaka Universität of Commerce Dr. Toru Mihara vor allem darin, dass bei Casinos die Spielbank mit dem Kunden agiert und der Staat somit das Ganze nur schwer kontrollieren kann.

Aber auch außerhalb der Wettregulierung im Land, gibt es durch das Automaten-Glückspiel Pachinko ganz legales Glückspiel an Spielautomaten. Doch dieses wird nicht als solches vom Staat verkauft. Pachinko wird viel mehr als Vergnügen für die Unterschicht bezeichnet. Dass dabei viele Japaner in die Spielsucht getrieben werden, sei mal dahingestellt. Nicht verwunderlich ist es zudem, dass bei einem Jahresumsatz von mehr als 150 Milliarden Euro, das Verbrechen nicht ausbleibt und auch die Yakuza (japanische Mafia) von dem Kuchen ein Stückchen abhaben möchte.

Während Pachinko also Vergnügen für die Unterschicht abgestempelt wird, sollen die neuen Casinos, die künftig entstehen sollen, ein ganz anders Publikum ansprechen und somit gleichzeitig auch laut Premierminister Shinzo Abe, die Staatskasse füllen. Wie er erst vor Kurzem verlauten ließ, soll das neue Glücksspielgesetzt das Wirtschaftswachstum in ganz Japan ankurbeln und das Land gleichzeitig auch zum führenden Tourismusland machen.

Doch nicht alle Parteien verfolgen die Meinung von Abe und seiner liberaldemokratischen Partei (LDP). Oppositionelle Parteien wie die Konstitutionell-Demokratische Partei haben deutlich gemacht, dass sie gegen den Erlass des Gesetzes sind und somit es nicht befürworten, dass Casinos in Japan eröffnet werden.

"Eine Wachstumsstrategie, die auf Glücksspiel basiert, ist falsch und veraltet", sagte Kiyomi Tsujimoto, Vorsitzenden des Komitees für Parlamentsangelegenheiten der Konstitutionell-Demokratischen Partei, gegenüber Reportern.

Auch Dr. Mihara gibt zu bedenken, dass die Annahme, dass vor allem der Tourismus genügend Geld in den Betrieb der neuen Casinos spült, falsch sei. Er geht davon aus, dass aufgrund der Casinos der Tourismuswachstum im Land unter fünf Prozent liegen wird. Somit ist er der Meinung, dass rund 80 Prozent der Casino-Besucher Japaner sein werden.

Aber auch die japanischen Bürger sind nicht sonderlich von der neuen Gesetzesänderung angetan. Rund 70 Prozent der Japaner sind gegen die Erlaubnis von Casinos. Dies liegt vor allem daran, dass sie befürchten, dass durch die Casinos noch mehr Menschen an Spielsucht erleiden und der Betrieb Geldwäsche und andere Verbrechen fördert.

Um der Spielsucht entgegenzutreten soll es Regelungen für die einheimische Bevölkerungen geben. So dürften Japaner nur drei Mal die Woche oder höchstens 10 Mal im Monat ein Casino besuchen. Auch die Eintrittsgebühr von 6.000 Yen, rund 50 Euro, soll die Hemmschwelle einem Casino einen Besuch abzustatten vergrößern. Ob diese Maßnahmen tatsächlich die Menschen vor Spielsucht bewahren werden ist fraglich.

Dass die Casino-Branche auch für den Staat durchaus lukrativ ist, dass verdeutlichte erst kürzlich der österreichische Glücksspielkonzern Novomatic. Immerhin musste Novomatic im Geschäftsjahr 2017 Steuern und Abgaben in Höhe von 91 Millionen Euro an den österreichischen Staat zahlen. Im Vergleich zum Vorjahr ist dies ein Zuwachs von sieben Prozent. Im Jahr 2016 musste das Unternehmen insgesamt 85 Millionen Euro bezahlen. Weltweit musst der Konzern Novomatic insgesamt Abgaben und Steuern in Höhe von 113 Millionen Euro zahlen.

Somit kann man nun auch gut nachvollziehen, dass sich auch der japanische Staat einiges von der neuen Regelung verspricht und somit erhofft die Staatskassen zu füllen. Ob dies nun durch die Touristen oder eher doch durch die eigenen Bürger geschieht, bleibt abzuwarten.
Tags: Games, Novomatic
Quelle: deutschlandfunk