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Kein VR oder 4K: Gedanken zur Nintendo-Strategie

Mit der Switch ist Nintendo nach Jahren der schlechten Verkaufszahlen endlich wieder ein echter Hit gelungen. Doch eines bleibt spannend: Nintendo setzt weiterhin nicht auf 4K und Virtual Reality.
Von Christina Braun am 29.05.2018
Bild-Quelle: Nintendo
Mit der Switch ist Nintendo nach Jahren der schlechten Verkaufszahlen endlich wieder ein echter Hit gelungen: Die Hybrid-Konsole verkauft sich wie geschnitten Brot, Dritthersteller sind erstmals glücklich mit dem Verkauf ihrer Spiele auf einer Nintendo Plattform und laut den aktuellen Prognosen wird die Switch sich dieses Jahr sogar besser als die Playstation 4 verkaufen. Eine Frage bleibt aber: Wann wird Nintendo in moderne Technologien investieren? Egal ob 4K, Live-Streaming oder Virtual Reality, Nintendo scheint in technischer Hinsicht immer einen Schritt hinter der Konkurrenz zu sein. Wir haben uns die Gründe dafür genauer angeschaut.

Es ist wirklich so: Nintendo wird im Geschäftsjahr 2018 vermutlich mehr Nintendo Switch verkaufen, als Sony Playstation 4 Konsolen. Während Nintendo mit einem Absatz von 20 Millionen Geräten rechnet, erwartet Sony, dass „nur“ 16 Millionen PS4 über die Ladentheken wandern werden. Für Hardcore Gamer unvorstellbar, immerhin zählt für sie maßgeblich die Technik in einer Konsole - und da ist die Switch deutlich hinten dran. Und noch eine seltsame Nachricht: Sony feierte letztes Jahr große Erfolge mit Playstation VR, bei Nintendo ist allerdings aktuell keine Virtual Reality Lösung geplant. Das Unternehmen möchte lieber noch abwarten, wie sich der Markt entwickelt. Und auch wenn es um 4K Gaming geht, sollte man vom japanischen Software-Riesen nicht allzu viel erwarten. Zwar ist die Switch stark genug, um am Fernseher Spiele in 1080p auszugeben, aber Nintendo wird nach dem Erfolg des Hybrid-Designs wohl schwer noch einmal auf eine reine Heimkonsole umschwenken - und 4K-Technologie auf dem Niveau einer Xbox One X sollte man bei einem Tablet frühestens in ein paar Jahren mit der Switch 2 erwarten.

Auch beim Thema Live-Streaming liegt Nintendo weiter zurück: Nicht nur auf YouTube, auch auf Seiten mit Online Casino Spielen von Anbietern wie Karamba oder bei anderen Arten von iGaming werden oft Video-Features angeboten. Spiele wie Temple Tut oder Egyptian Oasis entführen die Spieler so noch tiefer in ihre Welten. Live-Casino Angebote schlagen per Streaming-Technologie die Brücke zu traditionellen Spielbanken und sorgen für ein immersives Spielerlebnis, das dem der landbasierten Casinos sehr nahe kommt. Außerdem boomt die Szene der Let’s Plays schon seit langem. Streamer aus aller Welt ziehen ein Millionenpublikum mit ihren Videos an, viele YouTube- und besonders Twitch Channels übertragen inzwischen regelmäßig live. Und auch beim Thema Virtual Reality werden Live-Inhalte in Zukunft nur noch wichtiger werden. Warum ist man bei Nintendo also noch immer so weit zurück? Bei genauerer Betrachtung stellt sich heraus, dass nicht Unfähigkeit, sondern Taktik hinter dem Ganzen steckt.



Nintendo war nämlich früher überhaupt kein Technik-Muffel: Noch zu Nintendo 64 und Gamecube Zeiten, also Anfang der 2000er Jahre, war Nintendo, was die Technik anging, durchaus auf einer Höhe mit Sony und Microsoft. Erst mit dem Nintendo DS und der Wii verabschiedete man sich vom CPU-Wettrennen. Der Grund: Eine ausgefuchste Business-Strategie. Nintendo hatte seine fallenden Verkaufszahlen analysiert und zwei Dinge herausgefunden: Erstens spielten immer weniger neue Leute Videospiele. Und zweitens waren viele potentielle Kunden mit HD-Grafik und komplexen Controllern mehr als bedient - sie wandten sich ab, weil die Produkte paradoxerweise zu viele Features boten, was bald darauf in der 600 Euro teuren Playstation 3 seine Krönung fand. Clayton Christensen, Professor in Harvard und weltberühmter Business-Theoretiker nannte dieses Phänomen „Overshooting“; Firmen zielen nur auf die lukrativsten Kundensegmente und überfordern mit vielen Features und Preisen dafür die breite Masse. Als Gegenmittel hierzu hatte Christensen sogenannte „disruptive Technologien“ ausgemacht, also Technologien oder Produkte, die zwar nicht besonders leistungsfähig oder ausgefuchst sind. Dafür aber einfach zu bedienen, kostengünstig und vor allem in der Lage, neue Käuferschichten anzusprechen. Diese Strategie wandte Nintendo perfekt auf seine Heimkonsole an und verkaufte von der Wii über 100 Millionen Einheiten. Dann jedoch versuchte man mit Wii U und 3DS einen Spagat zu schaffen: Sowohl Hardcore Gamer, als auch Gelegenheitsspieler sollten angesprochen werden. Ein Vorhaben, das spektakulär scheiterte.

Mit der Nintendo Switch hat das Unternehmen aber wieder zurück auf die Erfolgsspur gefunden: Die Konsole vereint diesmal wirklich das Beste aus beiden Welten, ist einfach zu bedienen und für große Käuferschichten geeignet, aber als Handheld leistungsfähig genug, um auch passionierte Spieler zu beeindrucken. Die Strategie geht für Nintendo also auf - was bedeutet das nun für moderne Technologien wie Virtual Reality, 4K Gaming oder Live-Streaming? So wie es aussieht, wird Nintendo diese Dinge leider auch in naher Zukunft nicht bieten: Der High-End Markt ist nicht das erklärte Ziel des japanischen Unternehmens. Wer auf gute Technik setzt, der wird auch weiterhin mit Konsolen von Sony und Microsoft, Internet-Games oder dem PC Vorlieb nehmen müssen. Bei einem so guten Konzept wie der Switch kann man das Nintendo aber durchaus verzeihen.
Tags: Games, Nintendo
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