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DSGVO - Facebook verschiebt Nutzerdaten zum Schutz von Nicht-Europäern

Am 25. Mai tritt sie in Kraft - die neue europäische Datenschutz-Grundverordnung, kurz DSGVO, und so mancher läuft bei dem Thema ganz schön heiss. Nicht so, das soziale Netzwerk Facebook. Kurzerhand werden 1,5 Milliarden Nutzerdaten von irischen auf amerikanische Server umgezogen. Doch nicht, weil man dem neuen Datenschutzrecht entgehen will.
Von Daniela Heim am 24.04.2018
Bild-Quelle: Facebook
Facebook hat am letzten Wochenende wohl jeden mit seinen neuen Datenschutzbestimmungen gemäß der DSGVO ordentlich informiert. Im Vorfeld verschob das Unternehmen 1,5 Milliarden Nutzerdaten von irischen Servern in die USA. Dies geschehe, um zu verhindern, dass Nutzer, die nicht unter die neue europäische Datenschutz-Grundverordnung fallen, weil sie aus anderen Ländern kommen, von dieser betroffen sind. Auf den irischen Servern lagen bisher alle Daten von Nutzern, die nicht aus Kanada oder den USA kommen. Das ist der größte Teil der Facebook-Nutzer.

Durch die europäische Datenschutz-Grundverordnung werden die Rechte der Nutzer gestärkt. Verbraucher müssen klar und offen darüber informiert werden, für welche Zwecke ihre Daten gesammelt und analysiert werden. Außerdem besteht eine Auskunftspflicht für die Verbraucher, welche, wo und warum gespeichert werden. Ein weiterer großer Punkt in der DSGVO ist, dass Nutzer auf einfache Art und Weise um die Löschung ihrer Daten, komplett oder in Teilen, bestehen können. Der Umzug der Daten auf Server in die USA soll laut Facebook sicherstellen, dass wirklich nur Nutzer innerhalb des europäischen Raumes von diesen zusätzlichen Rechten profitieren.

Ursprünglich hatte Facebook seine Tochter wegen steuerlicher Gründe aufgebaut. Der Umzug soll damit nun nichts zu tun haben. Die neuen Privatsphäre-Einstellungen sollen im Übrigen auch im Laufe der Zeit auf alle Facebook-Nutzer, nicht nur die Europäer, ausgeweitet werden und so den europäischen Datenschutz “im Geiste” weltweit anwenden. Warum dann aber das Verschieben der Daten der meisten Facebook-Nutzer in die USA?

Facebook begründet das Vorgehen jedenfalls wie folgt. Die europäische Datenschutz- Grundverordnung erfordere spezifische Hinweise zum Datenschutz mit Textpassagen, für die es im amerikanischen keine rechtlichen Entsprechungen gäbe. Mit dem Verbleib ausschließlich von europäischen Nutzerdaten in Irland wird also sichergestellt, dass auch nur für diese die Formulierungen und Umsetzungen der DSGVO gelten und anwendbar sein müssen. Der Wille, die europäischen Regelungen weltweit anzuwenden, weil sie dem Schutz der Verbraucher dienen, ist also wohl doch nicht so groß. Nicht nur Facebook, sondern zum Beispiel auch LinkedIn, die ebenfalls in Irland Serverfarmen haben, verschiebt die Speicherung in die USA. Bleibt abzuwarten, wie viele der großen weltweit agierenden Unternehmen, von denen nicht wenige in Irland speichern, noch nachziehen werden. Das könnte für den IT-Standort Irland trotz Steuervorteile, einen Rückschlag bedeuten.
Tags: Tech, Facebook
Quelle: Heise
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