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Blizzard scheitert mit der Klage gegen Schummeln in Spielen

Immer wieder wird in Computerspielen geschummelt, was das Zeug hält. Das ärgert nicht nur die anderen Spieler, sondern natürlich auch die Betreiber der Games. Blizzard, Betreiber von World of Warcraft, ist nun mit seiner Klage gegen einen deutschen Schummelsoftware-Anbieter gescheitert. Warum? Lest selbst.
Von Daniela Heim am 27.02.2018
Bild-Quelle: Blizzard Entertainment
Eine Millionenklage hatte Blizzard angestrengt, um gegen Schummelsoftware in seinem bekannten Game World of Warcraft vorzugehen. Doch nun ist das Unternehmen vor dem Landgericht Leipzig vorerst zumindest, gescheitert. Der Prozess gegen die Hilfsprogramme des Software-Herstellers aus Zwickau, Bossland, scheiterte an der exorbitanten Summe, die Blizzard als Schadenersatz für entgangene Einnahmen forderte.

Es ist nicht die erste Klage, die Blizzard gegen die Bots anstrebte, die zum Beispiel automatisch sammeln und produzieren und somit vor allem in Online-Mehrspieler-Titeln den Wettbewerb unter den Spielern verzerren. Manche Spieleentwicklern bieten sogar selbst für echtes Geld entsprechende Dienste an, meist in Form von Abonnements für eine gewissen Zeit. Durch diese Art von Mikrotransaktionen sichert man sich eine kontinuierliche Einnahmequelle.

Bossland betrieb noch weitere solcher Farming-Programme und Cheating-Software für einige andere große Spiele wie Diablo oder Hearthstone. Im November letzten Jahres kam es zu einer Unterlassungsauflage und Bossland musste den Vertrieb seiner Programme einstellen. Dies kam durch ein Urteil in Kalifornien zustande. Nun beschäftigte sich das Landgericht Leipzig mit der hohen Forderung von 8 Millionen Dollar Schadenersatz, die Blizzard für insgesamt 42.818 nachgewiesene Verletzungen des Wettbewerbs- und Urheberrechts fordert. Und lässt Blizzard abblitzen.

Die Höhe der Schadenersatzforderung entspricht nicht den deutschen Regelungen für Schadenersatz, heisst es. Das amerikanische Urteil aus Kalifornien wird nicht vollstreckt. Diese Forderungshöhe entstammt einer anderen Rechtswelt; wir erinnern uns sicher alle an die Millionenklage wegen des zu heissen Kaffees einer nicht namentlich genannten Kette. Schadenersatz soll in Deutschland nur einen Ausgleich schaffen. Die exorbitante Forderung entspricht nicht dieser Grundlage, sondern stellt eher eine Sanktionierung dar. Auch wenn im kalifornischen Urteil nicht direkt von Schadenersatz, sondern von einer Aufrechnung und gesetzlichem Ersatz für die entstandenen Verluste durch die Copyright-Verstöße spricht, sieht Leipzig die Forderungen als überzogen an. Auch andere Klagen, die Blizzard bis zum Bundesgerichtshof führten, sprachen bisher Blizzard keinen Anspruch auf Schadensersatz zu. So wird es denn nun wohl auch bleiben, wenn Blizzard sich mit diesem Urteil zufrieden gibt.
Tags: Games, Blizzard, World of Warcraft
Quelle: faz.net
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