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Santa Clarita Diet: Review der neuen Netflix-Serie

Menschen lieben Zombie-Serien und Zombies lieben Menschen - Netflix brachte, bei so viel Liebe, beides zusammen und kreierte, in der Hoffnung eine Erfolgsserie zu schaffen, Santa Clarita Diet - eine Serie über Smoothies aus gefriergetrockneten Menschenohren, Eheprobleme, Fingerfood, viel Erbrochenes also…Wirklich viel Erbrochenes und jeder Menge Blut…Viel Blut!
Von Daniel Schimek am 03.02.2017
Bild-Quelle: Netflix
Schon wie bei The OA hatte hatten wir von Newsslash im Vorfeld noch vor dem offiziellen Release-Datum das Privileg, bereits die ersten 9 Folgen der 1. Staffel Santa Clarita Diet durchzusehen, um uns einen ersten Eindruck vom neuen Zombie-Streifen Netflixs machen zu können. Ob Netflix der Spagat zwischen Comedy und Zombie-Life-Action geglückt ist, oder ob sich der Streaming-Anbieter mit seiner Eigenproduktion dieses Mal selbst ein Bein gestellt hat, das erfahrt ihr in den nun folgenden Zeilen. Auf die Fleischwurst…Fertig…Los!

Netflix stockt auf. Zunächst einmal muss man den Machern der Geschichten rund um The Crown, House of Cards oder Eine Reihe betrüblicher Ereignisse durchaus zugestehen, dass sie halten was sie versprechen. Die Anzahl an Netflix Originalen ist in den vergangenen Monaten exponentiell gewachsen. Und auch wenn Netflix sein Augenmerk in 2017 wohl hauptsächlich auf die erfolgreiche Verfilmung der Marvel-Serien gesetzt hat, so strebt der Anbieter doch immer danach seinen Netflixianern ein möglichst vielseitiges und abwechslungsreiches Programm anbieten zu können.

Netflix schickt eine etwas andere Zombie-Serie an den Start!
Die neue Netflixserie bedient sich, anders als The OA und Stranger Things, einer Sparte die wohl zu den am häufigsten verfilmten Problematiken unserer Filmgeschichte zählt – dem Zombiedasein. Mit Santa Clarita Diet wurde nun ein kleiner Versuch gewagt, die Müßigkeiten die das Leben eines Wiedergängers so mit sich bringt, ins Alltagsleben zu projizieren. Kreiert wurde der Plot vom bisher weitestgehend unbekannten Victor Fresco. Dieser hatte durch seine Brüder zwar schon einmal seine Finger im Seriengeschäft (ALF 1986), konnte jedoch nach seiner Sitcom (Andy Richter Controls the Universe 2001) noch keine weiteren Erfolgsproduktionen abliefern.

Wer macht mit?
Santa Clarita Diet ist eine typische Low-Budget Produktion die mit wenigen Charakteren und einer Handvoll Drehorte auskommt. Drew Barrymore spielt dabei die zum Zombie mutierte Hauptrolle der Sheila Hammond begleitet von Co-Protagonist Joel Hammond (Timothy Olyphant). Sonnenschein des Ehepaars ist Tochter Abby Hammond (Liv Hewson), die eigentlich ganz nach Mutter Sheila kommt, sich jedoch gerade im postpubertären Alter befindet und die Kommunikation zwischen den beiden Fraktionen nicht gerade als entspannt zu betiteln ist. Die junge Schauspielerin hatte bereits einige Serienerfahrungen und die merkt man ihrem Schauspiel auch an. Als Nebencharaktere wären dann noch Nerd Eric Bemis (Skyler Gisondo), sein Vater (Ricardo Antonio Chavira), Richard T. Jones als Rick, Mary Elizabeth Ellis als Erics Mutter und Castle Star Nathan Fillion in einer Gastrolle als Schnösel-Jerk Gary zu erwähnen.



Worum gehts?
Joel und Sheila Hammond sind Wohnungsmakler, essen gern Toast mit Ei, führen gekonnt Small-Talk mit den Nachbarn und haben ein Einfamilienhäuschen, ganz im amerikanisch kitschigen Stil einer Biedermeier Familie. Um das Bild noch mehr abzurunden, situiert Netflix das Geschehen ins beschaulich kalifornische Santa Clarita (die Stadt gibt es wirklich). Achja und die Hammonds wohnen zwischen zwei Cops. Wobei auch hier (wie immer) ganz amerikanisch guter Cop – böser Cop!?! gespielt wird. Wie spießig, ruhig und von materiellem Status geprägt, das Schaubild doch ist, wird ab und zu im Staffelgeschehen durch Luftaufnahmen gezeigt. Auf diesen erkennt man neben dem Haus der Hammonds die gemachten Gärten, Pools, Kinderspielplätze und Barbecue-Orgien.

Jetzt ist die Serie ja aber doch eine Zombieserie und als Zuschauer erwartet man – nicht ohne eine gewisse Vorfreude – von irgendwoher anrennende Zombies und dementsprechend mit Baseballschlägern bewaffnete Anwohner. Wer bis jetzt einen Kampf zwischen Untoten und Bewohnern erwartete, der wird wohl herbe enttäuscht sein und seinen Stream schnell wieder schließen.

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Die Santa Clarita Diet ist eher als Witz zu verstehen
Die Santa Clarita Diet (Diät) ist eher als Witz zu verstehen. Denn eines Tages passiert etwas im Leben der Hammonds, was nicht nur Einfluss auf die Beziehung zwischen Eltern und Tochter hat, und die Nachbarn misstrauisch werden lässt, sondern auch die etwas verrostete Ehe zwischen Sheila und Joel wieder Fahrt aufnehmen lässt. Diese war zwischen Immobilienhandel und Tochter-Betreuung Stück für Stück eingegangen. Als Sheila jedoch während einer Wohnungsbesichtigung die Badezimmerwände des neuen Hauses mit besagter Menge an Erbrochenem neu tapeziert (schätzungsweise 20 Liter), tut sich endlich mal was im öden Santa Clarita.

Joel der seine Frau über alles liebt und so einiges mitmacht, jedoch auch sämtliche Klischees eines Maklers erfüllt, findet seine Frau zunächst scheintot vor, um dann jedoch erleichtert festzustellen, dass sie noch lebt, aber keinen Puls hat und somit wohl eher doch irgendwie tot ist und trotzdem lebt - verwirrend, wohl eher nicht. Zombie-Experten werden hier die Augen verdrehen und sich der Zeiten gedenken in denen gute alte Zombies nach dem Augenaufschlag erst einmal aufspringen und wild um sich beißen. Nunja...Wir waren bei Sheila die - zum Glück - noch lebt, atmet, spricht und bei so viel Erbrochenem dringend unter die Dusche muss.

Der Hauptcharakter lebt und „lebendig“ wird nun völlig neu definiert; so hat Sheila nach ihrem kleinen Kotzanfall eine völlig neue Perspektive auf das Leben hinzugewonnen. Sie stärkt ihre Stärken, fühlt sich agiler, strotzt vor Lebensfreude, macht Sport, motiviert ihre Mitmenschen, kauft einen Range Rover (DER Traum eines Jeden in Santa Clarita), hat mehr Lust im Bett, sagt was sie denkt, handelt dann entsprechend ihrem Denken und…steht plötzlich auf Menschenfleisch. Aber das ist für Sheila eher Nebensache. Denn die Serie möchte nicht nur freakige Zombieserie sein. Sie versucht Lebensweisheiten zu vermitteln, zwar subtil eingebaut, sei es durch eine Supermarktverkäuferin, deren Namen mir entfallen ist, oder durch Sheila selbst. Das klappt eher semi-gut.



Während Joel zunächst versucht Herr der Lage zu werden muss er sich ziemlich schnell eingestehen, dass die Bedürfnisse eines Zombies gestillt werden müssen, sonst stillt er sie von selbst und dann eher unkontrolliert. Doch was wäre eine Familie wenn sie nicht den loyal patriotischen Zusammenhalt hätte, der auch noch bei den Hammonds herrscht und so arbeiten alle daran das Beste aus der Situation zu machen.

Fazit
Die Serie ist etwas für Zwischendurch!
Spätestens nach Warm Bodies und Zombieland ist klar, dass die Kombi aus flachem Humor und fleischfressenden Untoten durchaus lustig sein kann und so glänzt auch Santa Clarita neben gut flach präsentierten Lachern und ab und zu mit echt urkomischen Situationen. Die Hauptdarsteller fügen sich authentisch und professionell ins Bild der Hammonds und wer - so wie ich, Timothy Olyphant noch als eiskalten Hitman in Erinnerung hat, der wird staunen wie glaubhaft der Mann auch die eher beschränkte Rolle des gefügigen Ehemannes einnehmen kann. Drew Barrymore passt ebenfalls perfekt in die Rolle der Sheila und auch der Rest des Casts spielt genau im richtigen Maß klischeebehaftet - ganz so wie Netflix sich das gewünscht hat.

Die Inszenierung eines friedlichen Multi-Tasking Zombies, der neben Motivationstrainerin auch noch Nachbarin, Immobilienmaklerin, Mutter und Ehefrau zugleich ist, hat Netflix mit Bravour gemeistert.

Santa Clarita Diet ist kein Sparfernsehen aber auch keine Jahrhunderts-Serie. Auch den Kultstatus traue ich der Serie in keiner Weise zu. Die neue Netflix Serie ist etwas für Zwischendurch und etwas was man nicht allzu ernst nehmen sollte - aber vielleicht will sie auch gar nicht mehr sein.
Tags: Serie, Santa Clarita Diet, Netflix
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