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Interview mit Felix Faber von Bytro Labs

Nach einem turbulenten Jahr 2016 in der deutschen Spielebranche führte Newsslash mit einigen Unternehmen der Branche Interviews, unter anderem mit dem Hamburger Spiele-Entwickler Bytro Labs. Bytro Labs ist bekannt für Strategiespiele wie Supremacy 1914 oder Call of War und brachte 2016 New World Empires und Conflict of Nations Modern War heraus.
Von Daniela Heim am 16.01.2017
Bild-Quelle: BytroLabs
Zum Ende des Jahres 2016 hat Newsslash deutsche Spieleentwickler zu Wort kommen und sowohl das eigene Unternehmen als auch die Lage der deutschen Spielebranche in Interviews Revue passieren zu lassen, aber auch die Chancen und Herausforderungen von innen heraus zu betrachten. So sprach Newsslash unter anderem mit Felix Faber von Bytro Labs.

Newsslash: Hallo Felix, bitte stelle dich und deine Position bei Bytro Labs kurz vor.

Felix Faber: Ich bin Felix, ich bin einer der Gründer von Bytro. Ich leite den operativen Bereich als Managing Director, meine Mitgründer Tobias und Christopher kümmern sich um Produkt und Technologie.

Newsslash: Wie ist Bytro Labs aktuell aufgestellt? Wie viele Mitarbeiter habt ihr und wie viele Spiele habt ihr derzeit auf dem Markt?

Felix Faber: Wir sind glänzend aufgestellt, würde ich sagen. Wir haben drei erfolgreiche Titel im Markt, sind profitabel, haben 45 Mitarbeiter und wachsen solide. Die Pipeline ist gut gefüllt, mit Conflict of Nations, einer Koproduktion mit unserer Schwester Dorado Games, ist ein sehr viel versprechender Titel bereits in der Beta. Was vielleicht nicht jeder weiß: Wir sind Teil der an der schwedischen Börse gehandelten Stillfront Group, das ist ein Zusammenschluss von Entwicklungsstudios aus ganz unterschiedlichen Bereichen.

Newsslash: Was war im Jahr 2016 euer größter Erfolg?

Felix Faber: 2016 stand die erfolgreiche Vermarktung unseres neuen Games Call of War im Vordergrund. Gleichzeitig haben wir uns über unsere Fortschritte im Mobile Browser Bereich sehr gefreut, die in dem Release einer Browser-Tabletversion seinen zwischenzeitlichen Höhepunkt gefunden hat.

Newsslash: Wenn du auf das Jahr 2016 in Bezug auf Bytro Labs zurückblickst: Wie würdest du die Gesamtentwicklung zusammenfassen? Konntet ihr eure Pläne realisieren, sogar übertreffen oder musstet ihr vielleicht auch zurückrudern?

Felix Faber: 2016 ist unser bislang bestes Jahr. Wir haben deutlich an Umsatz zugelegt und waren so in der Lage, stark in die Belegschaft zu investieren: Stand heute sind wir bei 45 Kollegen, Ende 2015 waren es erst 18. 2016 hat auch noch mal bewiesen, dass der Zusammenschluss mit der Stillfront Group für uns der richtige Schritt war: Im Studioverbund kann das Entwicklungsrisiko diversifiziert werden, zudem ergeben sich bedeutende Synergien. Große Unternehmen haben das Problem, dass sie zu unflexibel werden und nur mit Copycat-Projekten versuchen, den Erfolg anderer zu klauen. Sie glauben das tun zu müssen, da sie ja die Verantwortung für viele Mitarbeiter haben und entsprechend das Risiko meiden. In unserem Verbund bleiben die Studios klein und kreativ. Ich denke, das ist ein enormer Vorteil.



Newsslash: Lass uns einen Blick auf die deutsche Spieleindustrie insgesamt werfen. Wir würdest du den derzeitigen Zustand der deutschen Spieleindustrie beschreiben?

Mit starken Partnern gut aufgestellt
Felix Faber: Es ist natürlich sehr schade, dass der anfängliche Vorsprung den Deutschland bei Free2Play Spielen vor einigen Jahren hatte, nun weg ist. Es ist aber nun einfach so, dass Gamesentwicklung ein riskantes Geschäft ist. Ich denke im Verbund mit Stillfront haben wir da eine viel bessere Ausgangsposition. Es ist einfach viel wahrscheinlicher, dass eins unserer unabhängigen Studios einen Hit produziert als wenn wir allein auf weiter Flur wären.

Newsslash: Stephan Reichard hat sich vor kurzem in einem Video an die Branche gewandt und fordert neben mehr Fördergeldern und Unterstützung durch die deutsche Politik, Eigeninitiative, gegenseitige Unterstützung und eine gemeinsame Stimme der deutschen Spielebranche. Daraus entstand die Mentoren Challenge 2017. Wie stehst du zu diesem Engagement? Hilft ein Mentorenprogramm oder siehst du noch weitere Möglichkeiten, wie sich die deutsche Spielebranche selbst gesund aufstellen kann?

Felix Faber: Das Engagement von Stephan und auch der freiwilligen Mentoren ist toll, auch wir haben in der Bytro-Anfangszeit von fähigen Mentoren sehr profitiert.

Newsslash: Zurück zu Bytro Labs: Was ist bei euch für das Jahr 2017 geplant? Habt ihr einen bestimmten Fokus, auf den ihr im Jahr 2017 verstärkt setzen wollt?

Felix Faber: Wir sehen uns in einer guten Ausgangsposition für unsere große Initiative 2017: Den Plan, unsere HTML5-basierten Titel in optimierter Form für User mobiler Endgeräte zugänglich zu machen. Zudem wollen wir natürlich unser Portfolio erweitern und mindestens einen Titel im Markt etablieren. Unser Hauptstandbein werden aber weiterhin ehrliche, echte Strategiespiele für Hardcore-Gamer sein.

Newsslash: Wo siehst du bzw. Bytro Labs Chancen im Jahr 2017 und den nachfolgenden?

Felix Faber: Wir werden uns sehr genau anschauen, wie sich der HTML5-Mobile-Browsermarkt verhält.

Newsslash: Siehst du Probleme, mit denen ihr im nächsten Jahr bzw. in der nächsten Zeit konfrontiert werden wird? Welche sind dies und wie plant ihr diese zu meistern?

Keine Angst, etwas Neues auszuprobieren

Felix Faber: Ein Problem, mit dem jede Gamesfirma zu kämpfen hat, sind die steigenden Marketingkosten. Da ist es wichtig, agil zu bleiben und stetig Neues auszuprobieren.

Newsslash: Wie steht ihr den neuen Technologien VR/AR gegenüber? Seht ihr da Potentiale für Bytro Labs? Arbeitet ihr schon in diese Richtung?

Felix Faber: Nein. Für die Art von Spielen, die bei uns im Fokus steht, sehen wir keinen Bedarf, VR oder AR zu integrieren. Wir machen Spiele mit komplexen Regeln, da ist es wichtig, die grafische Darstellung reduziert zu gestalten. AR etwa wäre für unsere Titel nur ein Gimmick, keine sinnvolle neue Erfahrung. Generell bin ich der Ansicht, dass die Anwendung neuer Technologie stets im Nutzen der User begründet sein sollte und nicht Technologie um der Technologie willen sein darf, weil sie neu oder vielleicht trendy ist. Der Anlauf von VR am Markt ist schleppender als prognostiziert, was mich in dieser Haltung bestärkt.

Newsslash: Und noch eine Frage: In welchem dieser Büros sitzt du im nächsten Jahr?



Felix Faber: In dem hier sitzen wir schon, aber ohne Anzüge ;).
Tags: Games, BytroLabs, Interviews
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