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Im Gespräch mit den Machern von Whisp

Newsslash sprach mit Wadim Suslow und Christian Lange über deren neues Start-up Whisp und die gleichnamige App. Welche Ziele sie mit ihrem Meinungsnetzwerk verfolgen und wie sie mit diesem Geld verdienen möchten, haben sie uns im Interview verraten.
Von Viktor Pulz am 14.04.2014
Newsslash sprach mit Wadim Suslow und Christian Lange, den Gründern der noch jungen Whisp Internet GmbH. Das Unternehmen konnte vor wenigen Tagen die Beta-Phase ihrer Meinungsapp Whisp erfolgreich beenden und möchte sich mit dieser zwischen Meinungsplattformen und sozialen Netzwerken positionieren. Wie sich Whisp von der einst sehr erfolgreich gestarteten, aber doch gescheiterten Meinungsapp Amen unterscheidet und wie das Unternehmen langfristig Geld verdienen möchte, haben uns die Gründer in einem Interview verraten.

Newsslash: Hallo Wadim und Christian! Stellt euch doch bitte kurz vor.

Wadim Suslow und Christian Lange: Hallo wir sind Wadim und Christian - die Geschäftsführer von whisp. Wir haben beide Wirtschaftsingenieurwesen studiert und uns über das Studium kennengelernt. Gemeinsam haben wir Ende 2012 das Projekt whisp gestartet und dabei noch weitere drei Personen für die Idee begeistern können.

Newsslash: Wie seid ihr auf die Idee hinter der App Whisp gekommen?

Wadim Suslow: Im Prinzip ist whisp die Entwicklung einer Idee, die ich 2006 hatte. Damals war ich von der Idee fasziniert, die Meinungen der Menschen zu erfassen und diese allen Nutzern im Internet zur Verfügung zu stellen. Damals hatte ich die Idee leider noch nicht so ernst genommen, wie sie es verdient hätte.

2012 habe ich mir dann den Markt für Meinungen erneut angeschaut und entdeckt, dass es hunderte Meinungsplattformen zu verschiedensten Themen gibt. Paradoxerweise werden die meisten Meinungen aber auf sozialen Netzwerken geteilt. In Zahlen ausgedrückt: Über 4 Mrd. Meinungen pro Tag! Diese werden aber im Vergleich zu Meinungsplattformen nicht zusammengefasst und verpuffen daher nutzlos in den chronologischen Streams. In dem Bereich zwischen Meinungsplattformen und sozialen Netzwerken positioniert sich whisp als „universelles Meinungsnetzwerk“. Mittlerweile nehmen wir die Idee so ernst, wie sie es verdient.



Newsslash: Die whisp Internet GmbH wurde erst vor knapp einem Monat gegründet. Wie seid ihr finanziert und wie lange habt ihr an eurem Produkt gearbeitet?

Die Beta-Phase konnte im April beendet werden
Christian Lange: Nach dem wir im Herbst 2012 das Projekt gestartet haben, dauerte es bis Sommer 2013 das Team zu vervollständigen, die Konzeption abzuschließen und den Prototypen zu entwickeln.
 In dieser Zeit erhielten wir unglaubliche Unterstützung durch die HTW Gründerschmiede, das Team von dresden exists, die Professoren der HTW Dresden und die SAB Sachsen. Dank der Unterstützung konnten wir ein tolles Betaprodukt entwickeln. Im April werden wir die geschlossene Betaphase beenden und uns endlich dem Markt öffnen.

Newsslash: Ihr wollt mit eurer neuen App Whisp den Meinungen eurer Nutzer wieder mehr Gewicht verleihen. Wie soll dies genau funktionieren?

Wadim Suslow: Die App whisp soll der beste Ort für Meinungen werden und das zu all den Themen die einen täglich berühren.
 Die Nutzer teilen ihre Meinungen (Whisps) mittels Farben. Wir haben Farben gewählt, da sie Gefühle zeigen und ausdrucksstark sind. Damit die Meinungen aber nicht im chronologischen Stream verpuffen, werden alle Meinungen zu einem Thema intelligent zusammengefasst. Dadurch werden sie für jeden Nutzer einsehbar und nutzbar. Bei whisp zählt jede Meinung, unabhängig wie viele Follower man hat.

Newsslash: Sobald ich eine Meinung über Whisp veröffentliche, können auch andere Nutzer mit dieser interagieren. Wo seht ihr den Nutzen für den User, wenn er direkt über eure App mit anderen Nutzern kommuniziert und Meinungen austauscht?

Nutzer finden über die App Gleichgesinnte
Wadim Suslow: Wir entwickeln ein Netzwerk, basierend auf Meinungen. Dadurch muss man nicht berühmt sein oder Unmengen an Follower besitzen, um erhört zu werden. Man findet dadurch sehr schnell Gleichgesinnte und spannende Themen. Je mehr Nutzer bei whisp mitmachen, desto mehr werden wir whisp zu einer Meinungssuchmaschine weiterentwickeln, welche einen konkreten Suchnutzen bieten wird. Schon heute können unsere Nutzer sehen, was Andere zu den Themen denken, die sie interessieren. Da wir Meinungen nach Bewertungsstufen ordnen, kann man schnell durch eine große Anzahl an Meinungen stöbern und verschiedene Blickwinkel entdecken. Whisp ist in der heutigen Form nur ein Schlüssellochblick für das, was kommen wird.

Newsslash: Ihr bezeichnet eure App selber als eine Plattform für Meinungen. In der Vergangenheit sorgte auch Amen in diesem Bereich für sehr viel Aufmerksamkeit und schaffte trotz allem keinen Durchbruch. Wie unterscheidet ihr euch konkret von dieser App und wieso denkt ihr, werdet ihr es schaffen?

Christian Lange: Beide Plattformen sind zwar Meinungsnetzwerke, aber die konzeptionellen Ansätze sind komplett unterschiedlich. Auch wenn Amen/Thanks letztendlich nicht der Durchbruch gelang, bewies das Vorhaben, dass es einen Markt für Meinungsnetzwerke gibt. Aus unserer Sicht fehlt diesem Markt derzeit ein passendes Produkt.



Wadim Suslow: Während der Konzeptionsphase haben wir gelernt, dass Meinungen sehr oft mit Gefühlen verbunden werden. Daher werden bei whisp Meinungen an Farben geknüpft und zu jeder Meinung kann ein Gespräch gestartet werden. Der Nutzer und seine Meinung stehen bei whisp im Mittelpunkt. Whisp wird dafür sorgen, dass es egal ist, wie viele Follower man hat, um erhört zu werden. Das sind nur einige Gründe dafür, warum wir von dem Konzept hinter whisp überzeugt sind. Am besten sollte man whisp einfach ausprobieren, um den Kerngedanken zu verstehen.

Newsslash: Whisp wurde für iOS 7 entwickelt. Ist auch eine Portierung zu anderen mobilen Betriebssystemen wie Android und Windows Phone vorgesehen?

Christian Lange: Das Entwicklerteam hat von Anfang an viel Wert darauf gelegt, whisp als erweiterbare Plattform zu entwickeln. Wir werden weitere Plattformen mit steigender Nutzerzahl zum Produktportfolio hinzufügen.

Newsslash: Wie plant ihr langfristig mit eurer App Geld zu verdienen?

Christian Lange: In zahlreichen Team-Diskussionen haben wir verschiedenste Geschäftsmodelle durchgesprochen. Uns ist dabei klar geworden, dass Meinungen etwas sehr persönliches sind und wir diesen Sachverhalt im Erlösmodell berücksichtigen müssen. Wir haben auch festgestellt, dass sich heute 50% der Fragen in sozialen Netzwerken auf Meinungen und Empfehlungen beziehen. Der Empfehlungsbereich ist in unseren Augen ein gigantischer Markt und bietet tolle Möglichkeiten. Wir denken daher, dass es für uns nicht notwendig sein wird, das (Geld-)Rad neu zu erfinden. Derzeit möchten wir uns aber eher darauf konzentrieren, möglichst viele Menschen von den Ideen hinter whisp zu begeistern.

Die App Whisp kann über folgende URL heruntergeladen werden: Whisp im Apple App Store für iOS-Geräte
Tags: Start-ups, Whisp, Interviews